Arbeitsmarkt-Report Hessen 07/2016

In dieser Ausgabe wird die die Entwicklung der Aufstocker von Arbeitslosengeld I (ALG I) in Hessen ausgewertet. Die absolute Zahl der Aufstocker von Arbeitslosengeld I hat in den letzten Monaten leicht abgenommen, ihr Anteil an allen ALG I – Empfängern ist allerdings gestiegen. Als „Aufstocker“ werden Personen bezeichnet, deren ALG I nicht ausreicht, um den Bedarf  den Haushaltes zu decken. Ein Grund dafür sind niedrige vorherige Erwerbseinkommen.

Den ausführlichen Arbeitsmarkt-Report Hessen 07/2016 erhalten Sie hier 

Der Arbeitsmarkt-Report Hessen wird monatlich vom Institut für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung (ISAM) der Hochschule Koblenz für die LAG Arbeit in Hessen e.V. erstellt. Neben dem monatlichen Schwerpunkt enthält der Report Übersichten über den Bestand an TeilnehmerInnen in ausgewählten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen der hessischen Gebietskörperschaften, getrennt nach der Kostenträgerschaft im SGB III und SGB II.

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Informationen zur Umsetzung der Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen FIM

Im Rahmen des Integrationsgesetzes hat der Bundestag am 7. Juli 2016 die Schaffung von rund 100.000 Arbeitsgelegenheiten für Flüchtlinge beschlossen, sog. Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen (FIM) .

In ihrer Ausgestaltung knüpfen sie an bereits bestehende Arbeitsgelegenheiten nach § 5 Asylbewerberleistungsgesetz an. Es wird zwei Arten von FIM geben. „Interne“ Arbeitsgelegenheiten, die innerhalb der Unterkünfte den Ablauf unterstützen. Sie sollen 25 Prozent der geförderten Arbeitsgelegenheiten ausmachen. Der Großteil der Haushaltsmittel soll für sogenannte „externe FIM“ zur Verfügung gestellt werden, die außerhalb der Einrichtungen durchgeführt werden.

Bei der Einrichtung und Durchführung von FIM sind drei Akteure beteiligt: Die nach dem AsylbLG zuständige Behörde (1) schlägt der Agentur für Arbeit (2) Maßnahmeträger (3) vor, die die FIM durchführen.

Für die Schaffung und Durchführung der Arbeitsgelegenheiten erhalten die FIM-Maßnahmeträger eine Trägerpauschale pro Monat und Teilnehmenden, die bei den „internen FIM“ 85 Euro und bei den „externen FIM“ 250 Euro beträgt.

Hier finden Sie ein Schaubild des Deutschen Städtetages  zum Zusammenspiel zwischen Kommune, Agentur für Arbeit und Maßnahmeträger bei der Einrichtung der FIM.

 

Fortbildung: Umgang mit Radikalismus / Fundamentalismus in Einrichtungen der Jugendberufshilfe

Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter von Bildungsträgern treffen in den vergangenen Jahren vermehrt auf radikalisierte Jugendliche, sei es beeinflusst durch den islamischen Fundamentalismus oder durch Rechtsradikalismus. Die Fortbildung klärt in zwei Themenblöcken über beide Ideologien auf und beschreibt, woran man die Radikalisierung von Jugendlichen erkennen kann.

Hier geht es zur Anmeldung

Inhalt

In beiden Schwerpunkten werden folgende Fragen behandelt: 

  • Wie gehe ich mit radikalisierten Jugendlichen um?
  • Welche Institutionen / Ansprechpartner gibt es, die in der Präventionsarbeit tätig sind?
  • Wie gehe ich mit Agitationsversuche innerhalb der Gruppe um?
  • Welche Präventions- und Gegenmaßnahmen kann ich ergreifen?

 Schwerpunkt I – Salafismus

  • Erscheinungsformen des Salafismus
  • Lagebild: Salafismus in Hessen
  • Erkennbarkeit von Radikalisierungsprozessen und mögliche Gegenmaßnahmen
  • Videos und Textbeispiele

 Schwerpunkt II – Rechtsradikalismus

  • Erscheinungsformen des Rechtsextremismus
  • Radikalisierung(sfaktoren)/Einstieg in den Rechtsextremismus
  • „Erlebniswelt Rechtsextremismus“ (Video-, Musik- und Textbeispiele)
  • Organisierter Rechtsextremismus in Hessen

Methoden

Medienunterstützte Inputs und Präsentationen,  Beispielhafte Präsentation von Videos und Textbeispielen.

Referentinnen

Die Fortbildung wird von zwei MitarbeiterInnen der Presseabteilung des Landesverfassungsschutz Hessen durchgeführt.

Nur wenige Langzeitarbeitslose finden einen Job

Während die Gesamtzahl der Arbeitslosen im Mai weiter gesunken ist, finden Langzeitarbeitslose in Deutschland weiterhin nur selten einen Job. Nur 13 Prozent der Langzeitarbeitslosen, die im vergangen Jahr ihre Arbeitslosigkeit beendeten, bekamen tatsächlich eine neue Stelle auf dem ersten Arbeitsmarkt. Dies berichteten Zeitungen der Funke Mediengruppe unter Berufung auf Daten der Bundesagentur für Arbeit. Der überwiegende Teil sei aus der Statistik gestrichen worden, vor allem wegen Arbeitsunfähigkeit, teilte die Behörde auf Anfrage der Linkspartei mit.

Trotz guter Konjunktur verharrt die Langzeitarbeitslosigkeit in Deutschland seit Jahren auf hohem Niveau. Seit 2011 hat die Zahl der Arbeitslosen, die mindestens ein Jahr ohne Beschäftigung sind, nur um 2,7 Prozent abgenommen, sie liegt aktuell bei 1,04 Millionen.

Arbeitsmarkt-Report Hessen 06/2016

In dieser Ausgabe wird die Entwicklung der Sonderprogramme des Bundes zum Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit und die Teilnehmerzahl in Hessen ausgewertet.

Trotz positiver Beschäftigungsentwicklung hat sich die Zahl der Langzeitarbeitslosen in Deutschland in den letzten Jahren kaum verändert. Seit 2011 ist sie nur um 2,7 Prozent auf aktuell 1,04 Millionen gesunken.

Die beiden arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen, die es aktuell für diese Zielgruppe in Deutschland gibt, sind das ESF-finanzierte Bundesprogramm zum Abbau von Langzeitarbeitslosigkeit, in dem bundesweit 33.000 Plätze zur Verfügung stehen und das Bundesprogramm Soziale Teilhabe . Hier stehen bundesweit 10.000 Plätze für besonders benachteiligte Menschen zur Verfügung.

In Hessen gab es im Juni diesen Jahres ca. 64.600  Langzeitarbeitslose. Es werden derzeit zusammengenommen 429 hessische Langzeitarbeitslose in den beiden oben genannten Programmen gefördert.

Den ausführlichen Arbeitsmarkt-Report Hessen 06/2016 erhalten Sie hier

Der Arbeitsmarkt-Report Hessen wird monatlich vom Institut für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung (ISAM) der Hochschule Koblenz für die LAG Arbeit in Hessen e.V. erstellt. Neben dem monatlichen Schwerpunkt enthält der Report Übersichten über den Bestand an TeilnehmerInnen in ausgewählten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen der hessischen Gebietskörperschaften, getrennt nach der Kostenträgerschaft im SGB III und SGB II.

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Fortbildung: Lernen lohnt sich…aber wie bringe ich das rüber?!

Methodisch-didaktische Impulse für den Stützunterricht
Termin: 14.09. und 05.10.2016

Als Anleiter/in führen Sie neben den praktischen Anleitungen am Arbeitsplatz auch Unterrichtseinheiten im Rahmen eines „Stützunterrichts“ durch.
Herausfordernd sind oftmals die kurzen Konzentrationsspannen, Besonderheiten bei der Wahrnehmungsverarbeitung, ein unterschiedlicher Wissensstand und Motivationsprobleme der Lernenden.

Mit Hilfe eines methodisch-didaktischen Aufbaus des Unterrichts können diese Herausforderungen besser aufgegriffen und gemeistert werden.
In dem zweitägigen Seminar lernen Sie hierzu methodisch-didaktische Grundlagen, die Ihnen helfen, die Motivation der Lernenden zu stärken und die unterschiedlichen Potentiale zu fördern.

Trainerin: Claudia Egenolf, Dipl.-Heilpädagogin, Kommunikationstrainerin, vis à vis Beratung und Fortbildung, Köln

Ort: Faprik, Mainzer Landstr. 405, 60326 Frankfurt

Hier, in unserem neuen Buchungssystem, finden Sie  ausführliche Informtionen zur Veranstaltung. Dafür klicken Sie dort bitte auf die Veranstaltung, die Sie interessiert. Im Buchungssystem gibt es auch die Möglichkeit sich anzumelden. 

Fortbildung: Ist das noch normal? Berufliche Förderung psychisch auffälliger junger Menschen

Termin: 02./03. August 2016

Diese zweitägige Fortbildung stellt die wichtigsten, oft multiplen psychischen Erkrankungsbilder von Jugendlichen vor und bietet Raum für die Behandlung von konkreten Fallbeispielen. Es werden Handlungsempfehlungen zum Umgang mit psychisch auffälligen Jugendlichen in der Jugendberufshilfe erarbeitet.

Die Fortbildung richtet sich an Fachkräfte im Übergangssystem und in Jobcentern.

Der Referent Dr. Wilfried Huck,  Kinder- und Jugendpsychiater im Ruhestand, war u.a. ärztl. Leiter der Tagesklinik und Ambulanz der LWL Klinik Hamm für Kinder- und Jugendpsychiatrie und ist Autor des Fachbuchs: „Wahnsinn Jung: Junge Erwachsene zwischen Pädagogik und Psychiatrie“ (2015)

Ort: Faprik, Mainzer Landstr. 405, 60326 Frankfurt

Hier, in unserem neuen Buchungssystem finden Sie  ausführliche Informtionen zur Veranstaltung und die Möglichkeit sich anzumelden. 

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Arbeitsgelegenheiten im neuen Integrationsgesetz – kein gutes Mittel zur Integration in den Arbeitsmarkt

Im Rahmen des Integrationsgesetzes der Bundesregierung sollen „Zusätzliche 100.000 Arbeitsgelegenheiten für Berechtigte nach dem Asylbewerberleistungsgesetz (…) erste Eindrücke in den deutschen Arbeitsmarkt ermöglichen“, so das Bundesministerium für Arbeit und Soziales auf seiner Internetseite.  Wer das Instrument der Arbeitsgelegenheit und die gesetzlichen Anforderungen an seine Bewilligung kennt, wird sich wundern. Denn diese sind eben nicht darauf zugeschnitten dem deutschen Arbeitsmarkt nahe zu kommen. Sie werden nach § 16d SGB II, Absatz 1 nur dann erwerbsfähigen Leistungsberechtigten zugewiesen »wenn die darin verrichteten Arbeiten zusätzlich sind, im öffentlichen Interesse liegen und wettbewerbsneutral sind«, also einer normalen wirtschaftlichen Tätigkeit möglichst fernstehen.

Hier zu ausführlich der sehr empfehlenswerte Artikel „Nirwana-Arbeitsgelegenheiten“ von Stefan Sell, Professor für Sozialpolitik an der Hochschule Koblenz.

Förderprojekt des BMAS für erwachsene Flüchtlinge und erwerbsfähige Leistungsberechtigte (STAFFEL)

Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hat ein kleines neues Bundesprogramm zur Förderung von jüngeren Flüchtlingen mit guter Bleibeperspektive und jüngeren Leistungsberechtigten namens STAFFEL aufgelegt. Der Förderumfang des Programms „Soziale Teilhabe durch Arbeit für junge erwachsene Flüchtlinge und erwerbsfähige Leistungsberechtigte (STAFFEL)“ beträgt 7 Mio EURO jährlich, bei einer Laufzeit von 3 Jahren.

Projekte können von Maßnahmeträgern bis zum 31. Juli 2016 beim BMAS eingereicht werden.

Es werden für einen Zeitraum von maximal 12 Monaten Arbeitsverhältnisse  mit jungen erwachsenen Leistungsberechtigten im SGB II zwischen 25 und 35 Jahren gefördert (anerkannte Flüchtlinge und andere Leistungsberechtigte, deren Vemittlung erschwert ist).

Ziel ist die Heranführung an den Arbeitsmarkt durch die Förderung flankierender Anstrengungen in Form von Anleitung, Betreuung und Begleitung.

Die Föderrichtlinien finden Sie hier

Deutscher Landkreistag kritisiert Parallelstrukturen durch Arbeitsgelegenheiten im Integrationsgesetz

In seiner Stellungnahme zu dem vom BMAS geplanten 100.000 zusätzlichen Arbeitsgelegenheiten aus Bundesmitteln („Flüchtlingsintegrationsmaßnahmen“ FIM), kritisert der Deutsche Landkreistag die Schaffung von Parallelstrukturen zu den Arbeitsgelegenheiten nach dem AsylbLG.

Die LAG Arbeit in Hessen e.V. teilt diese Einschätzung und hat sie in Gesprächen mit Vertretern der  Landes- und Bundespolitik vorgetragen, so z.B. im Gespräch mit der SPD-Bundestagsabgeordneten Dagmar Schmidt bei einem Arbeitsmarktgespräch in Gießen.

Das vorgesehene Verfahren ist aufwendig, da die BA als zusätzlicher Verfahrensbeteiligter eingebaut wird. Es ist zudem sehr bürokratisch ausgestaltet. Die parallele Adressierung an die Träger nach dem AsylbLG sowie an Maßnahmeträger ist verwirrend. Das Antrags-, Bewilligungs- und Nachweisverfahren ist kompliziert.

Mit den FIM soll eine dritte Form der Arbeitsgelegenheiten geschaffen werden – neben denen nach §5 AsylbLG und denen im SGBII. Sie richtet sich jedoch nur an Asylantragssteller,  die nicht aus sicheren Herkunftsländern kommen. Diese Zielgruppe jedoch, so wurde es mehrfach von der Spitze des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge (BAMF) bekundet, soll es zum Ende des Jahres nicht mehr geben, denn der Bearbeitungsstau bei der Entscheidung über Asylverfahren soll deutlich abgebaut werden. Das heißt, das hier mit erheblichen Aufwand neue behördliche Strukturen geschaffen, die dann nicht mehr im nennenswerten Maße verwendet werden.

Deutlich hilfreicher für die Integration wäre ein besserer Zugang zu den Integrationskursen (auch für Menschen mit einer Bescheinigung über die Meldung als Asylsuchernder BÜMA, auch für Flüchtlinge aus Afghanistan, denen keine gute Bleibeperspektive prognostiziert wird.)

Sinnvoller wäre auch eine Ausweitung der Arbeitsgelegenheiten nach §5 AsylbLG und eine finanzielle Unterstützung der Kommunen hierfür durch den Bund.

Dringender wäre darüber hinaus, mehr Maßnahmen zu schaffen, die tatsächlich den Weg zu einer Integration auf den Arbeitsmarkt ebnen – mit flankierendem Deutschunterricht sowie der Vermittlung von Grundkompetenzen, Grundbildung und beruflichen Qualifikationen.