Fachtagung „Arbeitslos 4.0 ? Soziale Gerechtigkeit in der digitalisierten Arbeitswelt“ am 16. Mai 2017

Terminankündigung:

Am 16. Mai 2017 veranstaltet die LAG Arbeit in Hessen e.V. in Wiesbaden eine Fachtagung unter dem Titel:

Arbeitslos 4.0 ?
Soziale Gerechtigkeit in der digitalisierten Arbeitswelt

 

Themen der Fachtagung werden sein:

  • Ergebnisse des Weißbuches Arbeiten 4.0 des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales
  • Digitalisierung der Arbeitswelt – Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt in Hessen & geschlechtsspezifische Aspekte
  • Anforderungen an die Beschäftigungsförderung und die Arbeitsmarktpolitik vor dem Hintergrund der Digitalisierung

 

Termin und Ort der Fachtagung:
16. Mai 2017, 10:00 – 16:30 Uhr, Roncalli-Haus in Wiesbaden

Bitte merken Sie sich diesen Termin vor. Eine Einladung, mit ausführlichem Programm und der Möglichkeit sich anzumelden, erhalten Sie in den kommenden Wochen.

Arbeitsmarkt-Report Hessen 01/2017

In dieser Ausgabe des Arbeitsmarkt-Reportes werden die Aktivierungsquoten im SGB II und SGB III ausgewertet.  Aktivierungsquoten drücken aus, wie viele der potenziell förderfähigen Personen auch tatsächlich eine Förderung erhalten. Die Aktivierungsquote im SGB III ist von 22,3 Prozent im Dezember 2014 auf 27,1 Prozent im Dezember 2016 gestiegen ist. In der Grundsicherung für Arbeitssuchende (SGB II) ist sie dagegen von 9,3 Prozent (Dezember 2014) auf 9,2 Prozent (Dezember 2016) gesunken. Die niedrigen Aktivierungsquoten in der Grundsicherung für Arbeitssuchende sind ein Ausdruck der Sparmaßnahmen in der Arbeitsmarktpolitik.

Weitere Informationen zu den Aktivierungsquoten finden Sie im Arbeitsmarkt-Report Hessen 01/2017

Der Arbeitsmarkt-Report Hessen wird monatlich vom Institut für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung (ISAM) der Hochschule Koblenz für die LAG Arbeit in Hessen e.V. erstellt. Neben dem monatlichen Schwerpunkt enthält der Report Übersichten über den Bestand an TeilnehmerInnen in ausgewählten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen der hessischen Gebietskörperschaften, getrennt nach der Kostenträgerschaft im SGB III und SGB II.

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Eine Million Menschen beziehen seit zehn Jahren ununterbrochen Hartz IV

SGB-II-Leistungen werden häufig über einen längeren Zeitraum bezogen. Von den 6,2 Millionen Leistungsbeziehern bei der Einführung von Hartz IV im Jahr 2005 erhielten etwa eine Millionen Menschen ununterbrochen bis 2014 Leistungen.

Fast die Hälfte (44 Prozent) der Hartz-IV-Empfänger bleiben vier oder mehr Jahre ununterbrochen im Leistungsbezug. Werden alle Bezugszeiten einer Person seit Januar 2005 zusammengerechnet, so kommen sogar 69 Prozent der Hartz-IV-Empfänger auf einen Bezugszeitraum von vier Jahren oder mehr.  Das geht aus einer Analyse des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hervor. Eine weitere Auswertung der Verweildauern nach Bundesländern liefert O-Ton Arbeitsmarkt.

Es gibt allerdings auch einen hohen Anteil an Personen, die nur über einen kurzen Zeitraum auf Leistungen angewiesen sind. Etwa die Hälfte der neu zugehenden Leistungsbezieher können nach einem Jahr den Bezug wieder verlassen.

In einer Sequenzmusteranalyse hat das IAB in seinem Kurzbericht 04/2017 typische Verlaufsmuster von Personen herausgearbeitet, die im Jahr 2007 erstmalig SGB II Leistungen erhielten.

Die verschiedenen Personen-Gruppen  unterscheiden sich besonders durch ihre Bildungsausstattung. Von langfristigem  SGB-II-Bezug  sind häufig Menschen betroffen, die  keine oder nur niedrige Bildungsabschlüsse haben. (Definition Cluster SGB-II-Dauerbezieher: über 80 Prozent in dieser Gruppe bezogen über sieben Jahre hinweg ununterbrochenen SGB-II ). In der Gruppe der SGB-II-Dauerbezieher besitzen 26 Prozent keinen formalen Schulabschluss, 39 Prozent haben einen Hauptschulabschluss und 71 Prozent keinen beruflichen Bildungsabschluss.  Für diese Gruppe empfiehlt das IAB auf Grund der Arbeitsmarktferne eine langfristige Heranführung an den Arbeitsmarkt.

 

IAB-Studie zu Auswirkungen der Digitalisierung auf den hessischen Arbeitsmarkt

Welche Auswirkungen die fortschreitende Automatisierung von Routinetätigkeiten in der Arbeitswelt und das Internet der Dinge, d.h. die Vernetzung und gegenseitige Ansprechbarkeit von Geräten, auf den hessischen Arbeitsmarkt haben könnte, hat das Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) in einer aktuellen Studie erhoben.

Am stärksten betroffen von einer Ersetzbarkeit durch Maschinen sind, wenig erstaunlich, die Fertigungsberufe. 72,4 Prozent, der in den Fertigungsberufen ausgeübten Tätigkeiten können schon heute durch Maschinen ersetzt werden. Bei den Fertigungstechnischen Berufen besteht ein Substituierbarkeitspotenzial von 64,2 Prozent.

Aber auch für die Berufssegmenten IT- und naturwissenschaftliche Dienstleistungsberufe hat die Studie eine Substituierbarkeit zwischen 40 und 50 Prozent errechnet. 30 bis 40 Prozent der Tätigkeiten können in den Lebensmittel- und Gasgewerbeberufen, Bau- und Ausbauberufen, Verkehr- und Logistikberufen, Handels- sowie Land-, Forst- und Gartenbauberufen durch Maschinen ersetzt werden. Die geringste Ersetzbarkeit durch Maschinen wird interessanterweise für die sozialen und kulturellen Dienstleistungsberufe, Sicherheitsberufe, Reinigungsberufe sowie medizinische und nicht-medizinische Berufe errechnet.

Diese Zahlen bedeuten jedoch nicht, dass für die Zukunft von einem Wachstum der Arbeitslosigkeit in Hessen auszugehen ist. So geht das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) auf Basis einer Arbeitsmarktprognose bis zum Jahr 2030 davon aus, dass bei einer durch öffentliche und unternehmerische Investitionen beschleunigte Digitalisierung die Beschäftigung in Deutschland bis zum Jahr 2030 im Saldo um eine viertel Million ansteigen könnte (Weißbuch Arbeiten 4.0 des BMAS, S. 48).

Weiterbildung und Qualifizierung nehmen in der Vorbereitung von ArbeitnehmerInnen auf die Digitalisierung einen bedeutenden Stellenwert ein.

So formuliert der Leiter der Regionaldirektion Hessen der Bundesagentur für Arbeit, Dr. Frank Martin, zur Veröffentlichung der oben genannten Studie zum hessischen Arbeitsmarkt: „Die Kunst besteht darin, vorausschauend zu handeln und durch Fortbildung und Weiterbildung Funktionen und Nischen zu finden, die den Menschen und den neuen Anforderungen gerecht werden. Wie können neue Entwicklungen positiv und gewinnbringend genutzt werden? Welche neuen Berufsbilder entstehen und auf welche können wir verzichten? Das Schüren von Ängsten hat dabei noch nie geholfen. Prozesse sind und waren schon immer dem Wandel unterworfen. Viel klüger ist es, den Wandel aktiv und auf den Menschen ausgerichtet zu gestalten“