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Im Fokus: Arbeitsmarkt Hessen Dezember 2021

Migrationspolitik und ihre Verbindung zur Arbeitsmarktpolitik: Eine
exemplarische Analyse am Beispiel der Ausbildungs- und Beschäftigungsduldung

Der vorliegende Report „Im Fokus: Arbeitsmarkt Hessen Dezember 2021“ wirft einen kritischen Blick auf die gesetzlichen Rahmenbedingungen der Ausbildungs- und der Beschäftigungsduldung. Auf Basis des bestehenden Rechtsrahmens werden die realen Perspektiven von Menschen mit Fluchthintergrund auf eine sichere Bleibeperspektive aufgezeigt und Hinderungsgründe beleuchtet.

So schreiben die Autor*innen, dass „Die Abbildung der gesetzlichen Regelungen und Restriktionen hinsichtlich der Duldung und Ausbildungsduldung auf eine komplexe und paradoxe Situation der Arbeitsmarkt(integration) geflüchteter Personen“ hinweist. Die Aufnahme einer Ausbildung oder einer Erwerbstätigkeit, insbesondere in Berufen, in denen Fachkräftebedarf besteht, ist einerseits die Voraussetzung für eine Integration über die Duldung. Andererseits sind jedoch die Zugangsbeschränkungen und formalen Barrieren so hoch, dass sie für geflüchtete Menschen und ihre potenziellen Arbeitgeber:innen oft nicht erfüllbar sind.

Der Report zeigt auf, dass der Status der geflüchteten Menschen auch in diesen neu geschaffenen Regelungen unsicher bleibt, da es sich bei der Duldung bzw. Ausbildungsduldung lediglich um eine Aussetzung einer Abschiebung handelt, weshalb die ständige Gefahr einer Abschiebung bestehen bleibt. Mit dieser auf Dauer prekären Situation werden die Integrationschancen der betreffenden Personen maßgeblich erschwert, weil keine Zukunftsplanung möglich ist. Problematisch ist zudem, dass die Abhängigkeit des Aufenthalts an eine Erwerbstätigkeit immer auch ein Risiko dafür darstellt, dass prekäre und ausbeuterische Arbeitsverhältnisse in Kauf genommen werden (müssen).

Die Soziale Arbeit im Kontext von Qualifizierungs- und Beschäftigungsförderung fordern die Autor*innen auf, „eine Infrastruktur zu schaffen, die es den Menschen in der Situation erlaubt, Zugänge zu den spärlichen Möglichkeiten zu gewährleisten, eine einigermaßen abgesicherte Existenz zu erreichen, die der Duldungsparagraph immerhin vorsieht und der für sie eine Mindestperspektive bieten kann“.

Den ausführlichen Report „Migrationspolitik und ihre Verbindung zur Arbeitsmarktpolitik: Eine exemplarische Analyse am Beispiel der Ausbildungs- und Beschäftigungsduldung“ finden Sie hier.

Seit Beginn des Jahres 2021 veröffentlicht die LAG Arbeit in Hessen e.V.  in Zusammenarbeit mit dem Institut für Stadt- und Regionalentwicklung (ISR) des Fachbereichs Soziale Arbeit und Gesundheit an der Frankfurt University of Applied Sciences die neue Berichtsreihe „Im Fokus: Arbeitsmarkt Hessen“

Autor:innen des Berichtes Im Fokus: Arbeitsmarkt Hessen Dezember 2021

Nele Keth – Projektmitarbeiterin im ISR
Christian Kolbe – geschäftsführender Direktor des ISR
Freya Köster – Projektmitarbeiterin im ISR
Tanja Oberfell – Projektmitarbeiterin im ISR

Langzeitarbeitslose in Hessen: Nicht mal zwei Prozent fanden 2019 eine Arbeit

Arbeitsmarkt-Report Hessen 01/2020

In Hessen gab es laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) im Jahresdurchschnitt 2019 rund 47.000 Langzeitarbeitslose. Langzeitarbeitslos ist, wer ohne Unterbrechung seit mindestens zwölf Monaten arbeitslos gemeldet ist. Gegenüber dem Vorjahr hat die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Bundesland um rund 6.000 beziehungsweise 11,6 Prozent abgenommen. Das liegt allerdings nicht an verbesserten Arbeitsmarktchancen für Langzeitarbeitslose.

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Langzeitarbeitslosigkeit – Deutschland, Länder, Regionaldirektionen, Agenturen für Arbeit, Kreise und Jobcenter (Monats-/Jahreszahlen), Dezember 2019, Tabelle 8., Graphik erstellt durch ISAM

In Summe gab es 2019 knapp 10.000 Abgänge von Langzeitarbeitslosen in Erwerbstätigkeit. Verteilt auf die zwölf Monate bedeutet das, dass durchschnittlich jeden Monat rund 800 Langzeitarbeitslose in Erwerbstätigkeit übergingen.

In Bezug auf die Zahl der gemeldeten Langzeitarbeitslosen ergibt sich nach Angaben der BA für das Jahr 2019 (wie auch im Vorjahr) somit eine monatliche Abgangsrate von 1,7 Prozent.

Das heißt, dass jeden Monat weniger als zwei von Hundert Langzeitarbeitslosen in Erwerbstätigkeit übergingen.

Zu den Abgängen in Erwerbstätigkeit zählen geförderte und ungeförderte Beschäftigungsverhältnisse von mehr als 15 Wochenstunden sowie Wehr-, Freiwilligen und Zivildienst. Ausbildungsverhältnisse werden hingegen nicht zu den Abgängen in Erwerbstätigkeit gezählt.

Insgesamt wurden in der BA-Statistik für Hessen im Jahr 2019 knapp 74.000 Beendigungen von Langzeitarbeitslosigkeit erfasst. Eine langzeitarbeitslose Person kann dabei im Jahresverlauf mehrfach gezählt werden. Die Aufnahmen einer Erwerbstätigkeit stellen anteilig mit 13,3 Prozent also nur eine Minderheit aller Abgänge dar.

In den meisten Fällen beendeten Langzeitarbeitslose ihre Arbeitslosigkeit nicht aufgrund der Integration in Arbeit, sondern durch eine andere sogenannte „schädliche Unterbrechung“: Nahezu die Hälfte der Abgänge aus Arbeitslosigkeit entfiel auf Nichterwerbstätigkeit, beispielsweise aufgrund von Krankheit oder Sonderregelungen für Ältere. Ein weiteres Viertel der Abgänge kam aufgrund der Teilnahme an einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme oder einer Ausbildung zustande.

Auf diesem Wege verschwindet der Großteil der (vormals) Langzeitarbeitslosen aus der Statistik, ohne eine Arbeit aufgenommen zu haben.

Hier erhalten Sie den Arbeitsmarkt-Report Hessen 01/2020 als PDF-Dokument.

Zusätzlich zu dem Schwerpunktthema Langzeitarbeitslosigkeit enthält der Report, wie jeden Monat, Übersichten über den Bestand an TeilnehmerInnen in ausgewählten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen in den hessischen Kommunen, getrennt nach der Kostenträgerschaft im SGB III und SGB II.

Der Arbeitsmarkt-Report Hessen wird vom Institut für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung (ISAM) der Hochschule Koblenz für die LAG Arbeit in Hessen e.V. erstellt.

Arbeitsmarkt-Report 02/2019: Übergänge in Erwerbstätigkeit von Geflüchteten

Mehr Flüchtlingen gelingt der Übergang von Arbeitslosigkeit in Erwerbstätigkeit

Der Anteil der vormals arbeitslos gemeldeten Flüchtlinge, die eine Erwerbstätigkeit aufgenommen haben, ist seit 2017 deutlich gestiegen.
Im November 2018 waren 14.800 Personen aus Asylherkunftsländer arbeitslos gemeldet. Im Dezember haben 815 Menschen mit Asylhintergrund, die vormals arbeitslos gemeldet waren, eine Arbeit aufgenommen. Das entspricht einer Abgangsrate in Erwerbstätigkeit von 5,5 Prozent, die Abgangsrate für alle anderen Arbeitslosen liegt bei 6,7 Prozent.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl der Arbeitslosen aus Asylherkunftsländern in Hessen im Dezember 2018 nahezu unverändert und lag zum Jahresende bei rund 14.600 (-0,5 Prozent). Dies entspricht rund 10 Prozent aller Arbeitslosen in Hessen.

Viele Flüchtlinge arbeiten in Helferberufen und in der Zeitarbeit, was seltener zu einer nachhaltigen Integration in den Arbeitsmarkt führt

Die steigende Abgangsrate in Erwerbstätigkeit für Flüchtlinge sollte dennoch nur vorsichtig optimistisch interpretiert werden. Der quantitative Zuwachs an Abgängen in Erwerbstätigkeit sagt alleine nichts über die Qualität der Beschäftigungsverhältnisse aus.

Insgesamt sind in Hessen zwei Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Arbeitnehmerüberlassung tätig. Allerdings arbeitete fast jeder sechste Beschäftigte aus Asylherkunftsländern (15,5 Prozent) zum Stichtag (30.06.2018) in Zeitarbeit. Gegenüber dem Vorjahresmonat hat sich die Zahl um fast 2.300 auf rund 4.360 mehr als verdoppelt.

Mit Blick auf das Anforderungsniveau des Zielberufs arbeitete zum Stichtag (30.06.2018) fast die Hälfte (47,6 Prozent) der Beschäftigten aus Asylherkunftsländern in einem Helferberuf. Insgesamt waren hingegen lediglich 15 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten auf Helferniveau angestellt.

Die Politik darf, auch angesichts des Fachkräftemangels, nicht nachlassen in ihren Bemühungen, Menschen mit Fluchthintergrund in Ausbildung zu vermitteln. Die Geflüchteten müssen dabei so unterstützt werden, dass Sprachschwierigkeiten und andere Hürden nicht zu einer hohen Abbrecherquote führen.

Ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie im Arbeitsmarkt-Report Hessen 02/2019.

Monatliche Übersicht über beschäftigungspolitische Maßnahmen in Hessen

Darüber hinaus enthält der Report jeden Monat Übersichten über den Bestand an TeilnehmerInnen in ausgewählten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen in den hessischen Kommunen, getrennt nach der Kostenträgerschaft im SGB III und SGB II

Der Arbeitsmarkt-Report Hessen wird vom Institut für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung (ISAM) der Hochschule Koblenz für die LAG Arbeit in Hessen e.V. erstellt.

Foto: (c) Wrangler / Fotolia.de

Arbeitsmarkt-Report Hessen 12/2018 – Dauer der Arbeitslosigkeit

Jeder elfte  Arbeitslose in Hessen ist seit mindestens vier Jahren arbeitslos

Schwerpunkt des Arbeitsmarkt-Reportes 12/2018 ist die Dauer der Arbeitslosigkeit. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) waren von den insgesamt rund 154.000 Arbeitslosen in Hessen im Jahr 2018 8,7 Prozent seit mindestens vier Jahren arbeitslos. Im Durchschnitt lag die Dauer der Arbeitslosigkeit in Hessen bei 484 Tagen.

Im Bereich der Grundsicherung für Arbeitslose ist jeder achte seit mindestens vier Jahren Arbeitslos

Von den insgesamt knapp 103.000 Arbeitslosen im SGB II war etwa jeder Achte seit mindestens vier Jahren arbeitslos. Die jahresdurchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit lag 2018 in Hessen in diesem Rechtskreis bei 655 Tagen.

Ab einer Dauer von 12 Monaten Arbeitslosigkeit gelten Personen nach der Definition der BA als langzeitarbeitslos. Obwohl die Zahl der Langzeitarbeitslosen insgesamt rückläufig ist, ist nach wie vor knapp jeder zweite Arbeitslose im SGB II langzeitarbeitslos.

Nach Teilnahme an einer Maßnahme werden Leistungsbezieher wieder als Kurzzeitarbeitslose gezählt, auch dann wenn sie noch keine Arbeit gefunden haben

Als arbeitslos im Sinne der Statistik gilt nur, wer den Vermittlungsbemühungen der Bundesagentur für Arbeit zur Verfügung steht. Das wirkt sich auch auf die Berechnung der Arbeitslosigkeitsdauer aus: So beginnt nach einer sogenannten „schädlichen Unterbrechung“ der Arbeitslosigkeit die Berechnung der Dauer von neuem.

Wenn beispielsweise Langzeitarbeitslose an einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme wie einem Ein-Euro-Job oder einer Weiterbildung von mehr als sechs Wochen teilnehmen, werden sie danach wieder als Kurzzeitarbeitslose gezählt, obwohl sie in der Zwischenzeit weder Arbeit gefunden noch den Leistungsbezug beendet haben. Die offizielle durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit unterliegt in ihrer statistischen Erfassung daher Verzerrungen, die auf die arbeitsmarktpolitisch motivierte Definition von Langzeitarbeitslosigkeit zurückzuführen ist.

Ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie im Arbeitsmarkt-Report Hessen 12/2018.

Monatliche Übersicht über beschäftigungspolitische Maßnahmen in Hessen

Darüber hinaus enthält der Report jeden Monat Übersichten über den Bestand an TeilnehmerInnen in ausgewählten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen in den hessischen Kommunen, getrennt nach der Kostenträgerschaft im SGB III und SGB II

Der Arbeitsmarkt-Report Hessen wird vom Institut für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung (ISAM) der Hochschule Koblenz für die LAG Arbeit in Hessen e.V. erstellt.

Foto: (c) Wrangler / Fotolia.de