Arbeitsmarkt-Report Hessen 07/2018: Zahl der LeiharbeiterInnen steigt weiter

Der Arbeitsmarkt-Report Hessen betrachtet diesen Monat in seinem Schwerpunkt die Entwicklung der Leiharbeit in Hessen.

Die Anzahl der Leiharbeitenden in Hessen hat seit 2013 kontinuierlich zugenommen, wie die Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) zeigt.

Die Dauer eines Leiharbeitsverhältnisses wurde von der Bundesregierung zum 1. April 2017 auf 18 Monate begrenzt. Trotzdem ist die Zahl der LeiharbeiterInnen in Hessen auch 2017 gestiegen.

Im Jahr 2017 waren knapp 76.500 Personen als Leiharbeitnehmer angestellt. Das sind 5,2 Prozent mehr als 2016 und sogar 23,4 Prozent mehr als noch 2013. Zum Stichtag 31.12.2017 befanden sich 2,6 Prozent der Beschäftigten in Hessen in einem Leiharbeitsverhältnis.

Leiharbeitsverhältnisse sind oft von kurzer Dauer: In Hessen bestanden im zweiten Halbjahr 2017 knapp zwei Drittel aller beendeten Arbeitsverhältnisse in Leiharbeit seit weniger als 6 Monaten. Lediglich jedes vierte beendete Leiharbeitsverhältnis bestand seit mehr als einem Jahr.

Leiharbeit wird von Lobbyverbänden der Leiharbeitsbranche oft als niederschwelliger Einstieg für arbeitsmarktferne Personen wie zum Beispiel Flüchtlinge und Langzeitarbeitslose in den Arbeitsmarkt dargestellt. Die kurzen Beschäftigungsdauern in der Leiharbeit zeigen allerdings, dass dieser Einstieg in Beschäftigung nicht für alle zu einer nachhaltigen Integration in Arbeit führt.

LeiharbeitnehmerInnen, vor allem geringqualifizierte, erhalten in vielen Fällen ein Entgelt unterhalb der jeweiligen Niedriglohnschwelle.

Die geringen Verdienste, gepaart mit kurzen Beschäftigungszeiten, führen dazu, dass viele Arbeitnehmer in der Leiharbeitsbranche nur unzureichende oder gar keine Ansprüche in den sozialen Sicherungssystemen erwerben.

Ausführliche Informationen zum Thema Leiharbeit in Hessen finden Sie im Arbeitsmarkt-Report Hessen 07/2018.

Monatliche Übersicht über beschäftigungspolitische Maßnahmen in Hessen

Darüber hinaus enthält der Report jeden Monat Übersichten über den Bestand an TeilnehmerInnen in ausgewählten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen in den hessischen Kommunen, getrennt nach der Kostenträgerschaft im SGB III und SGB II.

Der Arbeitsmarkt-Report Hessen wird vom Institut für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung (ISAM) der Hochschule Koblenz für die LAG Arbeit in Hessen e.V. erstellt.

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Fortbildung: Wirksam gegen Diskriminierung am Arbeitsplatz

Wirksam gegen Diskriminierung am Arbeitsplatz – Fallanalysen und Handlungsempfehlungen für BeraterInnen, FachanleiterInnen und PädagogInnen

Termin: 18.10.2018, 09:30 – 17:00 Uhr
Ort: Faprik, Mainzer Landstr. 405, 60326 Frankfurt


Hier finden Sie ausführliche Informationen und kommen direkt zur Anmeldung

Haben Sie selbst Diskriminierung erfahren oder gegenüber Ihren KollegInnen und TeilnehmerInnen am Arbeitsplatz erlebt?

Vielfalt ist in der Arbeitswelt längst gelebte Realität. Anerkennung, Respekt und gegenseitiges Verständnis sind Kernkompetenzen für ein produktives Miteinander, für Auszubildende genauso wie für ihre AusbilderInnen und Leitungskräfte. Dennoch gehören rassistische Beleidigungen, sexistische Kommentare oder homosexuellenfeindliche Sprüche für Viele zum Alltag. Diskriminierung und menschenfeindliche Abwertungen belasten das Miteinander und können in manchen Fällen bis hin zum Abbruch des Arbeits- oder Ausbildungsverhältnisses führen.

In dieser Fortbildung wollen wir Sie dabei unterstützen, einen qualifizierten Umgang mit Fällen von Diskriminierung zu finden. Neben der Wissensvermittlung geht es auch um die Frage, wie Sie in konkreten Situationen handeln können und wie Sie sich selbst und andere Betroffene in Ihrem Arbeitsumfeld vor Diskriminierung schützen können.

Inhalte

  • Eigener Zugang zum Thema Diskriminierung
  • Erscheinungsformen von Diskriminierung
  • Auseinandersetzung mit aktuellen Debatten und eigenen Bildern
  • Reflexion von eigener Haltung und Positionierung
  • Fallanalysen
  • Entwicklung von Interventionsmöglichkeiten für die konkrete Praxis
  • Handlungsempfehlungen

Methoden

Interaktive Übungen, unterschiedliche Formen von Gruppenarbeit und Inputs. Die Teilnehmenden können ihre persönlichen Fragen und Fallbeispiele für die Fallanalyse einbringen.

Trainerin

Annette Lorenz  studierte Soziale Arbeit und Interkulturelle Bildung, Migration und Mehrsprachigkeit. Sie hat langjährige Erfahrungen in der Kinder- und Jugendhilfe. Zuletzt leitete sie eine stationäre Jugendhilfe für unbegleitete, minderjährige Geflüchtete. Seit 2017 ist sie Bildungsreferentin der Bildungsstätte Anne Frank mit dem Arbeitsschwerpunkt Politische Bildung in der Arbeitswelt.

Hier kommen Sie zur Anmeldung

LAG-Fortbildung: Wirksam gegen Diskriminierung am Arbeitsplatz“ (PDF-Dokument)