Arbeitsmarkt-Report Hessen 08/2018: Zu wenige abschlussorientierte Weiterbildungen für Langzeitarbeitslose

In seinem Schwerpunkt betrachtet der Arbeitsmarkt-Report Hessen diesen Monat Weiterbildungsmaßnahmen, die zu einem Berufsabschluss führen.

Zahl der abschlussorientierten Weiterbildungsmaßnahmen für Langzeitarbeitslose gesunken

Eine abgeschlossene Berufsausbildung begünstigt den Einstieg in den  qualifikationsorientierten deutschen Arbeitsmarkt ganz erheblich. Umso erstaunlicher ist es, dass die Zahl der abschlussorientierten Weiterbildungsmaßnahmen für Langzeitarbeitslose zwischen 2015 und 2017 gesunken ist. 2015 nahmen in Hessen 2994 SGB-II-Leistungsbezieher an einer Maßnahme zur Förderung der beruflichen Weiterbildung (FbW) teil, 2017 waren es 2468.

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Arbeitslosengeld I) ist die Zahl der Abschlussorientierten Weiterbildungsmaßnahmen dagegen deutlich höher, die Zahl der TeilnehmerInnen ist von 5879 (2015) auf 6191 (2017) gestiegen.

Die ungleiche Förderpraxis zementiert die Qualifikationsdefizite von Arbeitslosen im SGB II

In Hessen hatten im August 2018 fast 74.000 und damit mehr als zwei Drittel der Arbeitslosen im SGB II keine abgeschlossene Berufsausbildung. Im System der Arbeitslosenversicherung gab es zum gleichen Zeitpunkt sowohl anteilig  als auch absolut mit knapp 16.000 (30,8 Prozent) weniger Arbeitslose ohne abgeschlossene Berufsausbildung.

Ausführliche Informationen zum Thema Leiharbeit in Hessen finden Sie im Arbeitsmarkt-Report Hessen 08/2018

Monatliche Übersicht über beschäftigungspolitische Maßnahmen in Hessen

Darüber hinaus enthält der Report jeden Monat Übersichten über den Bestand an TeilnehmerInnen in ausgewählten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen in den hessischen Kommunen, getrennt nach der Kostenträgerschaft im SGB III und SGB II.

Der Arbeitsmarkt-Report Hessen wird vom Institut für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung (ISAM) der Hochschule Koblenz für die LAG Arbeit in Hessen e.V. erstellt.

Foto: (c) Wrangler / Fotolia.de

 

 

 

Arbeitsmarkt-Report Hessen 07/2018: Zahl der LeiharbeiterInnen steigt weiter

Der Arbeitsmarkt-Report Hessen betrachtet diesen Monat in seinem Schwerpunkt die Entwicklung der Leiharbeit in Hessen.

Die Anzahl der Leiharbeitenden in Hessen hat seit 2013 kontinuierlich zugenommen, wie die Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) zeigt.

Die Dauer eines Leiharbeitsverhältnisses wurde von der Bundesregierung zum 1. April 2017 auf 18 Monate begrenzt. Trotzdem ist die Zahl der LeiharbeiterInnen in Hessen auch 2017 gestiegen.

Im Jahr 2017 waren knapp 76.500 Personen als Leiharbeitnehmer angestellt. Das sind 5,2 Prozent mehr als 2016 und sogar 23,4 Prozent mehr als noch 2013. Zum Stichtag 31.12.2017 befanden sich 2,6 Prozent der Beschäftigten in Hessen in einem Leiharbeitsverhältnis.

Leiharbeitsverhältnisse sind oft von kurzer Dauer: In Hessen bestanden im zweiten Halbjahr 2017 knapp zwei Drittel aller beendeten Arbeitsverhältnisse in Leiharbeit seit weniger als 6 Monaten. Lediglich jedes vierte beendete Leiharbeitsverhältnis bestand seit mehr als einem Jahr.

Leiharbeit wird von Lobbyverbänden der Leiharbeitsbranche oft als niederschwelliger Einstieg für arbeitsmarktferne Personen wie zum Beispiel Flüchtlinge und Langzeitarbeitslose in den Arbeitsmarkt dargestellt. Die kurzen Beschäftigungsdauern in der Leiharbeit zeigen allerdings, dass dieser Einstieg in Beschäftigung nicht für alle zu einer nachhaltigen Integration in Arbeit führt.

LeiharbeitnehmerInnen, vor allem geringqualifizierte, erhalten in vielen Fällen ein Entgelt unterhalb der jeweiligen Niedriglohnschwelle.

Die geringen Verdienste, gepaart mit kurzen Beschäftigungszeiten, führen dazu, dass viele Arbeitnehmer in der Leiharbeitsbranche nur unzureichende oder gar keine Ansprüche in den sozialen Sicherungssystemen erwerben.

Ausführliche Informationen zum Thema Leiharbeit in Hessen finden Sie im Arbeitsmarkt-Report Hessen 07/2018.

Monatliche Übersicht über beschäftigungspolitische Maßnahmen in Hessen

Darüber hinaus enthält der Report jeden Monat Übersichten über den Bestand an TeilnehmerInnen in ausgewählten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen in den hessischen Kommunen, getrennt nach der Kostenträgerschaft im SGB III und SGB II.

Der Arbeitsmarkt-Report Hessen wird vom Institut für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung (ISAM) der Hochschule Koblenz für die LAG Arbeit in Hessen e.V. erstellt.

Foto: (c) Wrangler / Fotolia.de

 

Arbeitsmarkt-Report Hessen 06/2018

Jeder zehnte Arbeitslosengeldempfänger in Hessen muss mit Leistungen aus der Grundsicherung aufstocken

Der Arbeitsmarkt-Report Hessen betrachtet diesen Monat in seinem Schwerpunkt die Zahl der „Aufstocker“.

Arbeitslosengeld I (ALG I) ist eine Versicherungsleistung. Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen Beträge zur Arbeitslosenversicherung. Im Fall eintretender Arbeitslosigkeit erhält der Arbeitslose dann maximal für 24 Monate 60 Prozent des letzten Nettogehalts. Liegt dieser Betrag unter dem
Existenzminimum, können Arbeitslosengeldempfänger aufstockendes Arbeitslosengeld II (ALG II, umgangssprachlich Hartz IV“) beantragen.

In Hessen gab es im Jahr 2017 knapp 5.200 Doppelbezieher von Arbeitslosengeld I und Arbeitslosengeld II. Somit bezog in diesem Zeitraum fast jeder zehnte Empfänger von Arbeitslosengeld I zusätzlich Arbeitslosengeld II.

Der Doppelbezug ist in den letzten vier Jahren leicht rückläufig. Gründe dafür könnten Zuwächse in der Vollzeitbeschäftigung oder gestiegene Löhne im Niedriglohnbereich aufgrund der Einführung des Mindestlohns sein. Umgekehrt ist aber auch denkbar, dass prekäre Arbeitsverhältnisse mit kurzen Beschäftigungszeiten dazu führen, dass viele vormals Beschäftigte erst gar keinen Anspruch auf Arbeitslosengeld I erwerben können.

Ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie im Arbeitsmarkt-Report Hessen 06/2018.

Monatliche Übersicht über beschäftigungspolitische Maßnahmen in Hessen

Darüber hinaus enthält der Report jeden Monat Übersichten über den Bestand an TeilnehmerInnen in ausgewählten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen in den hessischen Kommunen, getrennt nach der Kostenträgerschaft im SGB III und SGB II.

Der Arbeitsmarkt-Report Hessen wird vom Institut für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung (ISAM) der Hochschule Koblenz für die LAG Arbeit in Hessen e.V. erstellt.

Foto: (c) Wrangler / Fotolia.de

 

Arbeitsmarkt-Report Hessen 03/2018

154.000 Kinder in Hessen leben in Familien, die auf Grundsicherung für Arbeitssuchende angewiesen sind

Der Arbeitsmarkt-Report Hessen betrachtet diesen Monat schwerpunktmäßig die Entwicklung der Anzahl von Kinder im SGB II.

Im Jahr 2017 lebten knapp 154.000 Kinder unter 18 Jahren in einem Haushalt, der von Zahlungen aus der Grundsicherung für Arbeitsuchende (Arbeitslosengeld II oder „Hartz IV“) nach dem Zweiten Sozialgesetzbuch (SGB II) abhängig war, einer sogenannten Bedarfsgemeinschaft.

Immer mehr Personen leben in einem SGB-II-Haushalt und Kinder unter 18 Jahren sind von dieser Entwicklung sogar überproportional betroffen. Seit 2012 ist die Zahl der Kinder unter 18 Jahren, die in einer Familie mit mindestens einem Empfänger von ALG II leben um 6,1 Prozent angestiegen. Der Zuwachs bei allen Personen, die in einem SGB-II-Haushalt leben, fiel mit 4,2 Prozent seit 2012 hingegen geringer aus.

Weitere ausführliche Informationen zum diesem Thema finden Sie im Arbeitsmarkt-Report Hessen 03/2018.

Monatliche Übersicht über beschäftigungspolitische Maßnahmen in Hessen

Darüber hinaus enthält der Report jeden Monat Übersichten über den Bestand an TeilnehmerInnen in ausgewählten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen in den hessischen Kommunen, getrennt nach der Kostenträgerschaft im SGB III und SGB II.

Der Arbeitsmarkt-Report Hessen wird vom Institut für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung (ISAM) der Hochschule Koblenz für die LAG Arbeit in Hessen e.V. erstellt.

Foto: (c) Wrangler / Fotolia.de