Arbeitsmarkt-Report Hessen 12/2018 – Dauer der Arbeitslosigkeit

Jeder elfte  Arbeitslose in Hessen ist seit mindestens vier Jahren arbeitslos

Schwerpunkt des Arbeitsmarkt-Reportes 12/2018 ist die Dauer der Arbeitslosigkeit. Nach Angaben der Bundesagentur für Arbeit (BA) waren von den insgesamt rund 154.000 Arbeitslosen in Hessen im Jahr 2018 8,7 Prozent seit mindestens vier Jahren arbeitslos. Im Durchschnitt lag die Dauer der Arbeitslosigkeit in Hessen bei 484 Tagen.

Im Bereich der Grundsicherung für Arbeitslose ist jeder achte seit mindestens vier Jahren Arbeitslos

Von den insgesamt knapp 103.000 Arbeitslosen im SGB II war etwa jeder Achte seit mindestens vier Jahren arbeitslos. Die jahresdurchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit lag 2018 in Hessen in diesem Rechtskreis bei 655 Tagen.

Ab einer Dauer von 12 Monaten Arbeitslosigkeit gelten Personen nach der Definition der BA als langzeitarbeitslos. Obwohl die Zahl der Langzeitarbeitslosen insgesamt rückläufig ist, ist nach wie vor knapp jeder zweite Arbeitslose im SGB II langzeitarbeitslos.

Nach Teilnahme an einer Maßnahme werden Leistungsbezieher wieder als Kurzzeitarbeitslose gezählt, auch dann wenn sie noch keine Arbeit gefunden haben

Als arbeitslos im Sinne der Statistik gilt nur, wer den Vermittlungsbemühungen der Bundesagentur für Arbeit zur Verfügung steht. Das wirkt sich auch auf die Berechnung der Arbeitslosigkeitsdauer aus: So beginnt nach einer sogenannten „schädlichen Unterbrechung“ der Arbeitslosigkeit die Berechnung der Dauer von neuem.

Wenn beispielsweise Langzeitarbeitslose an einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme wie einem Ein-Euro-Job oder einer Weiterbildung von mehr als sechs Wochen teilnehmen, werden sie danach wieder als Kurzzeitarbeitslose gezählt, obwohl sie in der Zwischenzeit weder Arbeit gefunden noch den Leistungsbezug beendet haben. Die offizielle durchschnittliche Dauer der Arbeitslosigkeit unterliegt in ihrer statistischen Erfassung daher Verzerrungen, die auf die arbeitsmarktpolitisch motivierte Definition von Langzeitarbeitslosigkeit zurückzuführen ist.

Ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie im Arbeitsmarkt-Report Hessen 12/2018.

Monatliche Übersicht über beschäftigungspolitische Maßnahmen in Hessen

Darüber hinaus enthält der Report jeden Monat Übersichten über den Bestand an TeilnehmerInnen in ausgewählten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen in den hessischen Kommunen, getrennt nach der Kostenträgerschaft im SGB III und SGB II

Der Arbeitsmarkt-Report Hessen wird vom Institut für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung (ISAM) der Hochschule Koblenz für die LAG Arbeit in Hessen e.V. erstellt.

Foto: (c) Wrangler / Fotolia.de

 

Arbeitsmarkt-Report Hessen 11/2018: Aufstocker im SGB II

Erwerbstätigkeit im SGB II:
Die Hälfte der Aufstocker ist sozialversicherungspflichtig beschäftigt

Ein großer Teil der Leistungsempfänger im SGB II (ugs.: „Hartz-IV“-System) hat eine Arbeitsstelle, wie aus der Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervorgeht. In Hessen gingen im April 2018 knapp 79.000 Erwerbsfähige im SGB II, also mehr als ein Viertel der insgesamt rund 298.000 Leistungsempfänger, einer Erwerbstätigkeit nach.

Mit 18,1 Prozent ging fast ein Fünftel der Aufstocker einer sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigung nach. Hierzu zählten auch rund 4.000 Auszubildende in Vollzeit, die 5,5 Prozent an allen Aufstockern ausmachten.

In Bezug auf die rund 298.000 erwerbsfähigen Leistungsbezieher im SGB II reichte demnach für 3,3 Prozent von ihnen das Einkommen aus einer sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigung (ohne Auszubildende) nicht zur Existenzsicherung aus. Absolut betrachtet muss jedoch konstatiert werden, dass trotz der guten Arbeitsmarktentwicklung und trotz des gesetzlichen Mindestlohns für knapp 10.000 Vollzeitbeschäftigte, die sich nicht in Ausbildung befinden, das Einkommen nicht zum Leben ausreicht.

Nicht alle anspruchsberechtigten Personen lösen ihren Anspruch auf Leistungen nach dem SGB II ein. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) nennt Studien, laut denen zwischen 34 und 50 Prozent der Menschen, die eigentlich ALG II beziehen könnten, auf ihren Anspruch verzichten. Unter den Erwerbstätigen sind es Schätzungen zufolge sogar bis zu zwei Drittel der Anspruchsberechtigten.

Ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie im Arbeitsmarkt-Report Hessen 11/2018.

Monatliche Übersicht über beschäftigungspolitische Maßnahmen in Hessen

Darüber hinaus enthält der Report jeden Monat Übersichten über den Bestand an TeilnehmerInnen in ausgewählten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen in den hessischen Kommunen, getrennt nach der Kostenträgerschaft im SGB III und SGB II

Der Arbeitsmarkt-Report Hessen wird vom Institut für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung (ISAM) der Hochschule Koblenz für die LAG Arbeit in Hessen e.V. erstellt.

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Fortbildung: Rechentest mathematische Basiskompetenz (RTMB) für Flüchtlinge – Einführung, Schulung und Software

Termin: 01.03.2019, 10:00 Uhr- 14:00 Uhr
Ort: Faprik, Mainzer Landstr. 405, 60326 Frankfurt


Fortbildung: Rechentest mathematische Basiskompetenz (RTMB) für Flüchtlinge –
Einführung, Schulung und Software

Der Rechentest RTMB ist eine Weiterentwicklung des altbewährten und vielfach genutzten, normierten Rechentest RTBS (Rechentest Berufsschule). Er wurde sprachlich entlastet und setzt vom Niveau her unter dem Hauptschulabschluss an.

Die Fortbildung ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist notwendig. Hier geht es zur Anmeldung über unser Buchungssystem. 

Das neu entwickelte Testverfahren RTMB wurde von Robert Hinze, der den RTBS seinerzeit entwickelt hat, in Kooperation mit der GWAB und der Justus-Liebig Universität Gießen an die Voraussetzungen von Flüchtlingen in der Berufsvorbereitung angepasst. Während der RTBS die mathematischen Eingangskenntnisse von Berufsschülern mit den mathematischen Anforderungen verschiedener Berufe vergleicht und Hinweise auf fehlendes Wissen aufzeigt, können mit dem RMTB  die mathematische Basiskompetenzen in der Berufsvorbereitung und insbesondere von Geflüchteten diagnostiziert werden.

Wie beim RTBS können von den Testergebnissen direkt passgenaue Förderangebote abgeleitet werden. Das Fortbildungsangebot umfasst eine Einführung in das Testverfahren sowie die Erprobung der Auswertung. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer erhalten darüber hinaus kostenfrei die entsprechende Software.

Inhalte

  • Einführung in das Mathematik-Diagnostik-Verfahrens RTMB für die Berufsvorbereitung
  • Schulung und Anwendung des Tests
  • Beherrschung des Auswertungstools
  • Interpretation der Ergebnisse für einen passgenauen Unterricht bzw. eine passgenaue, motivierende Förderung

Methoden

Medienunterstützte Inputs und Präsentationen, Schulung am Test und dem Auswertungstool, eigene Erprobung des Tests und des Auswertungstools, Testheft und Auswertungstool werden bereitgestellt.

Trainer

Robert Hinze, Entwickler des Rechentest mathematische Basiskompetenz RTMB und des Rechentests Berufsschule RTBS, Lehrer an der Theodor-Litt-Schule in Gießen

Die Fortbildung ist kostenfrei. Eine Anmeldung ist notwendig. Hier geht es zur Anmeldung über unser Buchungssystem.