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Arbeitsmarkt-Report Hessen 03/2019: Sanktionen gegen Empfänger von SGB-II-Leistungen

Männer werden deutlich häufiger sanktioniert als Frauen

In Hessen wurden zwischen Dezember 2017 und November 2018 durchschnittlich jeden Monat knapp 8.700 Empfänger von Arbeitslosengeld II („Hartz IV“) sanktioniert. In der Summe wurden in diesem Zeitraum knapp 55.200 Sanktionen gegen Leistungsberechtigte nach dem Zweiten Sozialgesetzbuch (SGB II) verhängt.Sanktionen gegen Empfänger von Arbeitslosengeld II – Männer werden überdurchschnittlich oft sanktioniert

Für ALG-II-Empfänger in Hessen ergibt sich eine „Sanktionsquote“ von 3,0. Jeden Monat waren also drei Prozent aller erwerbsfähigen Leistungsberechtigten sanktioniert.

Im Vergleich wurden gegen Männer sowohl absolut als auch relativ ungefähr doppelt so häufig von Sanktionen betroffen wie Frauen. In Hessen wurden im genannten Zeitraum monatlich rund 5.800 Männer und rund 2.800 Frauen sanktioniert. Die monatliche Sanktionsquote für Männer lag mit 4,1 deutlich über der Sanktionsquote für Frauen mit einem Wert von 1,9.

ALG-II-Bezieher mit ausländischer Staatsangehörigkeit sind im Vergleich mit dem Durchschnitt ebenfalls seltener von einer Leistungskürzung betroffen. In Hessen wurden monatlich rund 3.200 erwerbsfähige Ausländer im ALG-II-Bezug sanktioniert. In Bezug auf den Bestand aller erwerbsfähigen Ausländer im SGB II ergibt das eine monatliche Sanktionsquote von 2,3.

72 Prozent der Sanktionen wurden auf Grund von Meldeversäumnissen verhängt. Sanktionen wegen Pflichtverletzungen, wie Verstöße gegen die Eingliederungsvereinbarung oder Weigerung der Aufnahme einer Arbeit oder Maßnahme waren deutlich mit elf und 13 % deutlich seltener.

Ausführliche Informationen zu diesem Thema erhalten Sie im Arbeitsmarkt-Report 03/2019.

Monatliche Übersicht über beschäftigungspolitische Maßnahmen in Hessen

Darüber hinaus enthält der Report jeden Monat Übersichten über den Bestand an TeilnehmerInnen in ausgewählten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen in den hessischen Kommunen, getrennt nach der Kostenträgerschaft im SGB III und SGB II

Der Arbeitsmarkt-Report Hessen wird vom Institut für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung (ISAM) der Hochschule Koblenz für die LAG Arbeit in Hessen e.V. erstellt.

Foto: (c) Wrangler / Fotolia.de

Arbeitsmarkt-Report 02/2019: Übergänge in Erwerbstätigkeit von Geflüchteten

Mehr Flüchtlingen gelingt der Übergang von Arbeitslosigkeit in Erwerbstätigkeit

Der Anteil der vormals arbeitslos gemeldeten Flüchtlinge, die eine Erwerbstätigkeit aufgenommen haben, ist seit 2017 deutlich gestiegen.
Im November 2018 waren 14.800 Personen aus Asylherkunftsländer arbeitslos gemeldet. Im Dezember haben 815 Menschen mit Asylhintergrund, die vormals arbeitslos gemeldet waren, eine Arbeit aufgenommen. Das entspricht einer Abgangsrate in Erwerbstätigkeit von 5,5 Prozent, die Abgangsrate für alle anderen Arbeitslosen liegt bei 6,7 Prozent.

Im Vergleich zum Vorjahresmonat ist die Zahl der Arbeitslosen aus Asylherkunftsländern in Hessen im Dezember 2018 nahezu unverändert und lag zum Jahresende bei rund 14.600 (-0,5 Prozent). Dies entspricht rund 10 Prozent aller Arbeitslosen in Hessen.

Viele Flüchtlinge arbeiten in Helferberufen und in der Zeitarbeit, was seltener zu einer nachhaltigen Integration in den Arbeitsmarkt führt

Die steigende Abgangsrate in Erwerbstätigkeit für Flüchtlinge sollte dennoch nur vorsichtig optimistisch interpretiert werden. Der quantitative Zuwachs an Abgängen in Erwerbstätigkeit sagt alleine nichts über die Qualität der Beschäftigungsverhältnisse aus.

Insgesamt sind in Hessen zwei Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten in der Arbeitnehmerüberlassung tätig. Allerdings arbeitete fast jeder sechste Beschäftigte aus Asylherkunftsländern (15,5 Prozent) zum Stichtag (30.06.2018) in Zeitarbeit. Gegenüber dem Vorjahresmonat hat sich die Zahl um fast 2.300 auf rund 4.360 mehr als verdoppelt.

Mit Blick auf das Anforderungsniveau des Zielberufs arbeitete zum Stichtag (30.06.2018) fast die Hälfte (47,6 Prozent) der Beschäftigten aus Asylherkunftsländern in einem Helferberuf. Insgesamt waren hingegen lediglich 15 Prozent der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten auf Helferniveau angestellt.

Die Politik darf, auch angesichts des Fachkräftemangels, nicht nachlassen in ihren Bemühungen, Menschen mit Fluchthintergrund in Ausbildung zu vermitteln. Die Geflüchteten müssen dabei so unterstützt werden, dass Sprachschwierigkeiten und andere Hürden nicht zu einer hohen Abbrecherquote führen.

Ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie im Arbeitsmarkt-Report Hessen 02/2019.

Monatliche Übersicht über beschäftigungspolitische Maßnahmen in Hessen

Darüber hinaus enthält der Report jeden Monat Übersichten über den Bestand an TeilnehmerInnen in ausgewählten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen in den hessischen Kommunen, getrennt nach der Kostenträgerschaft im SGB III und SGB II

Der Arbeitsmarkt-Report Hessen wird vom Institut für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung (ISAM) der Hochschule Koblenz für die LAG Arbeit in Hessen e.V. erstellt.

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Arbeitsmarkt-Report Hessen 11/2018: Aufstocker im SGB II

Erwerbstätigkeit im SGB II:
Die Hälfte der Aufstocker ist sozialversicherungspflichtig beschäftigt

Ein großer Teil der Leistungsempfänger im SGB II (ugs.: „Hartz-IV“-System) hat eine Arbeitsstelle, wie aus der Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervorgeht. In Hessen gingen im April 2018 knapp 79.000 Erwerbsfähige im SGB II, also mehr als ein Viertel der insgesamt rund 298.000 Leistungsempfänger, einer Erwerbstätigkeit nach.

Mit 18,1 Prozent ging fast ein Fünftel der Aufstocker einer sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigung nach. Hierzu zählten auch rund 4.000 Auszubildende in Vollzeit, die 5,5 Prozent an allen Aufstockern ausmachten.

In Bezug auf die rund 298.000 erwerbsfähigen Leistungsbezieher im SGB II reichte demnach für 3,3 Prozent von ihnen das Einkommen aus einer sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigung (ohne Auszubildende) nicht zur Existenzsicherung aus. Absolut betrachtet muss jedoch konstatiert werden, dass trotz der guten Arbeitsmarktentwicklung und trotz des gesetzlichen Mindestlohns für knapp 10.000 Vollzeitbeschäftigte, die sich nicht in Ausbildung befinden, das Einkommen nicht zum Leben ausreicht.

Nicht alle anspruchsberechtigten Personen lösen ihren Anspruch auf Leistungen nach dem SGB II ein. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) nennt Studien, laut denen zwischen 34 und 50 Prozent der Menschen, die eigentlich ALG II beziehen könnten, auf ihren Anspruch verzichten. Unter den Erwerbstätigen sind es Schätzungen zufolge sogar bis zu zwei Drittel der Anspruchsberechtigten.

Ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie im Arbeitsmarkt-Report Hessen 11/2018.

Monatliche Übersicht über beschäftigungspolitische Maßnahmen in Hessen

Darüber hinaus enthält der Report jeden Monat Übersichten über den Bestand an TeilnehmerInnen in ausgewählten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen in den hessischen Kommunen, getrennt nach der Kostenträgerschaft im SGB III und SGB II

Der Arbeitsmarkt-Report Hessen wird vom Institut für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung (ISAM) der Hochschule Koblenz für die LAG Arbeit in Hessen e.V. erstellt.

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Arbeitsmarkt-Report Hessen 10/2018

Frauen im SGB II werden seltener in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert als Männer

Das besondere Augenmerk des Arbeitsmarkt-Report Hessen liegt diesen Monat auf der Frage, in welchem Maße Frauen von  arbeitsmarktpolitischer Förderung profitieren.

Die gesetzlichen Vorgabe im SGB III und SGB II verlangen, dass der Anteil von Frauen an Fördermaßnahmen mindestens so hoch sein muss, wie ihr Anteil an den Arbeitslosen und ihre relative Betroffenheit von Arbeitslosigkeit.

Dies ist jedoch nicht der Fall. In Hessen waren mit einem Anteil von 46,9 Prozent laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) zwischen Juli 2017 und Juni 2018 annähernd die Hälfte aller knapp 108.000 Arbeitslosen im SGB II („Hartz-IV-System“) weiblich. Dennoch waren nur 41,1 Prozent der monatlich knapp 27.000 Teilnehmenden an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen Frauen (ohne besondere Maßnahmen zur Teilhabe von Menschen mit Behinderungen).

Niedrig sind die Frauenanteile bei Maßnahmen der Berufswahl und der Berufsausbildung (37,3 Prozent), bei der Förderung der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit (33,9 Prozent) und bei Beschäftigung schaffenden Maßnahmen (38,2 Prozent).

Ein genauerer Blick in die Förderstruktur verdeutlicht weitere Ungleichgewichte. Im SGB II erreichen Frauen bei den Maßnahmen zur beruflichen Eingliederung bei einem Arbeitgeber nur einen Wert von 34,6 Prozent.

Weniger als jeder dritte (31,1 Prozent) Eingliederungszuschuss zur Unterstützung der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit im Rahmen der Grundsicherung unterstützte eine (vormals) arbeitslose Frau.

Ausführliche Informationen zu diesem Thema erhalten Sie im  Arbeitsmarktreport Hessen 10/2018

Monatliche Übersicht über beschäftigungspolitische Maßnahmen in Hessen

Darüber hinaus enthält der Report jeden Monat Übersichten über den Bestand an TeilnehmerInnen in ausgewählten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen in den hessischen Kommunen, getrennt nach der Kostenträgerschaft im SGB III und SGB II.

Der Arbeitsmarkt-Report Hessen wird vom Institut für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung (ISAM) der Hochschule Koblenz für die LAG Arbeit in Hessen e.V. erstellt.

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