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Arbeitsmarkt-Report Hessen 10/2018

Frauen im SGB II werden seltener in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert als Männer

Das besondere Augenmerk des Arbeitsmarkt-Report Hessen liegt diesen Monat auf der Frage, in welchem Maße Frauen von  arbeitsmarktpolitischer Förderung profitieren.

Die gesetzlichen Vorgabe im SGB III und SGB II verlangen, dass der Anteil von Frauen an Fördermaßnahmen mindestens so hoch sein muss, wie ihr Anteil an den Arbeitslosen und ihre relative Betroffenheit von Arbeitslosigkeit.

Dies ist jedoch nicht der Fall. In Hessen waren mit einem Anteil von 46,9 Prozent laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) zwischen Juli 2017 und Juni 2018 annähernd die Hälfte aller knapp 108.000 Arbeitslosen im SGB II („Hartz-IV-System“) weiblich. Dennoch waren nur 41,1 Prozent der monatlich knapp 27.000 Teilnehmenden an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen Frauen (ohne besondere Maßnahmen zur Teilhabe von Menschen mit Behinderungen).

Niedrig sind die Frauenanteile bei Maßnahmen der Berufswahl und der Berufsausbildung (37,3 Prozent), bei der Förderung der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit (33,9 Prozent) und bei Beschäftigung schaffenden Maßnahmen (38,2 Prozent).

Ein genauerer Blick in die Förderstruktur verdeutlicht weitere Ungleichgewichte. Im SGB II erreichen Frauen bei den Maßnahmen zur beruflichen Eingliederung bei einem Arbeitgeber nur einen Wert von 34,6 Prozent.

Weniger als jeder dritte (31,1 Prozent) Eingliederungszuschuss zur Unterstützung der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit im Rahmen der Grundsicherung unterstützte eine (vormals) arbeitslose Frau.

Ausführliche Informationen zu diesem Thema erhalten Sie im  Arbeitsmarktreport Hessen 10/2018

Monatliche Übersicht über beschäftigungspolitische Maßnahmen in Hessen

Darüber hinaus enthält der Report jeden Monat Übersichten über den Bestand an TeilnehmerInnen in ausgewählten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen in den hessischen Kommunen, getrennt nach der Kostenträgerschaft im SGB III und SGB II.

Der Arbeitsmarkt-Report Hessen wird vom Institut für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung (ISAM) der Hochschule Koblenz für die LAG Arbeit in Hessen e.V. erstellt.

Foto: (c) Wrangler / Fotolia.de

Arbeitsmarkt-Report Hessen 08/2018: Zu wenige abschlussorientierte Weiterbildungen für Langzeitarbeitslose

In seinem Schwerpunkt betrachtet der Arbeitsmarkt-Report Hessen diesen Monat Weiterbildungsmaßnahmen, die zu einem Berufsabschluss führen.

Zahl der abschlussorientierten Weiterbildungsmaßnahmen für Langzeitarbeitslose gesunken

Eine abgeschlossene Berufsausbildung begünstigt den Einstieg in den  qualifikationsorientierten deutschen Arbeitsmarkt ganz erheblich. Umso erstaunlicher ist es, dass die Zahl der abschlussorientierten Weiterbildungsmaßnahmen für Langzeitarbeitslose zwischen 2015 und 2017 gesunken ist. 2015 nahmen in Hessen 2994 SGB-II-Leistungsbezieher an einer Maßnahme zur Förderung der beruflichen Weiterbildung (FbW) teil, 2017 waren es 2468.

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Arbeitslosengeld I) ist die Zahl der Abschlussorientierten Weiterbildungsmaßnahmen dagegen deutlich höher, die Zahl der TeilnehmerInnen ist von 5879 (2015) auf 6191 (2017) gestiegen.

Die ungleiche Förderpraxis zementiert die Qualifikationsdefizite von Arbeitslosen im SGB II

In Hessen hatten im August 2018 fast 74.000 und damit mehr als zwei Drittel der Arbeitslosen im SGB II keine abgeschlossene Berufsausbildung. Im System der Arbeitslosenversicherung gab es zum gleichen Zeitpunkt sowohl anteilig  als auch absolut mit knapp 16.000 (30,8 Prozent) weniger Arbeitslose ohne abgeschlossene Berufsausbildung.

Ausführliche Informationen zum Thema Leiharbeit in Hessen finden Sie im Arbeitsmarkt-Report Hessen 08/2018

Monatliche Übersicht über beschäftigungspolitische Maßnahmen in Hessen

Darüber hinaus enthält der Report jeden Monat Übersichten über den Bestand an TeilnehmerInnen in ausgewählten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen in den hessischen Kommunen, getrennt nach der Kostenträgerschaft im SGB III und SGB II.

Der Arbeitsmarkt-Report Hessen wird vom Institut für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung (ISAM) der Hochschule Koblenz für die LAG Arbeit in Hessen e.V. erstellt.

Foto: (c) Wrangler / Fotolia.de

 

 

 

Arbeitsmarkt-Report Hessen 07/2018: Zahl der LeiharbeiterInnen steigt weiter

Der Arbeitsmarkt-Report Hessen betrachtet diesen Monat in seinem Schwerpunkt die Entwicklung der Leiharbeit in Hessen.

Die Anzahl der Leiharbeitenden in Hessen hat seit 2013 kontinuierlich zugenommen, wie die Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) zeigt.

Die Dauer eines Leiharbeitsverhältnisses wurde von der Bundesregierung zum 1. April 2017 auf 18 Monate begrenzt. Trotzdem ist die Zahl der LeiharbeiterInnen in Hessen auch 2017 gestiegen.

Im Jahr 2017 waren knapp 76.500 Personen als Leiharbeitnehmer angestellt. Das sind 5,2 Prozent mehr als 2016 und sogar 23,4 Prozent mehr als noch 2013. Zum Stichtag 31.12.2017 befanden sich 2,6 Prozent der Beschäftigten in Hessen in einem Leiharbeitsverhältnis.

Leiharbeitsverhältnisse sind oft von kurzer Dauer: In Hessen bestanden im zweiten Halbjahr 2017 knapp zwei Drittel aller beendeten Arbeitsverhältnisse in Leiharbeit seit weniger als 6 Monaten. Lediglich jedes vierte beendete Leiharbeitsverhältnis bestand seit mehr als einem Jahr.

Leiharbeit wird von Lobbyverbänden der Leiharbeitsbranche oft als niederschwelliger Einstieg für arbeitsmarktferne Personen wie zum Beispiel Flüchtlinge und Langzeitarbeitslose in den Arbeitsmarkt dargestellt. Die kurzen Beschäftigungsdauern in der Leiharbeit zeigen allerdings, dass dieser Einstieg in Beschäftigung nicht für alle zu einer nachhaltigen Integration in Arbeit führt.

LeiharbeitnehmerInnen, vor allem geringqualifizierte, erhalten in vielen Fällen ein Entgelt unterhalb der jeweiligen Niedriglohnschwelle.

Die geringen Verdienste, gepaart mit kurzen Beschäftigungszeiten, führen dazu, dass viele Arbeitnehmer in der Leiharbeitsbranche nur unzureichende oder gar keine Ansprüche in den sozialen Sicherungssystemen erwerben.

Ausführliche Informationen zum Thema Leiharbeit in Hessen finden Sie im Arbeitsmarkt-Report Hessen 07/2018.

Monatliche Übersicht über beschäftigungspolitische Maßnahmen in Hessen

Darüber hinaus enthält der Report jeden Monat Übersichten über den Bestand an TeilnehmerInnen in ausgewählten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen in den hessischen Kommunen, getrennt nach der Kostenträgerschaft im SGB III und SGB II.

Der Arbeitsmarkt-Report Hessen wird vom Institut für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung (ISAM) der Hochschule Koblenz für die LAG Arbeit in Hessen e.V. erstellt.

Foto: (c) Wrangler / Fotolia.de

 

Arbeitsmarkt-Report Hessen 09/2017

Hartz-IV- Empfänger in Hessen: Arbeitsaufnahme beendet häufig nicht die Hilfebedürftigkeit

Dieser Arbeitsmarkt-Report betrachtet die Arbeitsaufnahmen von vormals arbeitslosen Hartz-IV-Empfängern in Hessen. 2016 zählte die Bundesagentur für Arbeit knapp 72.000 Arbeitsaufnahmen von vormals arbeitslosen Hartz-IV-Empfängern. Hartz-VI-Empfänger sind gesetzlich dazu verpflichtet, jede zumutbare Arbeit aufzunehmen und so die Hilfebedürftigkeit zu verringern oder zu beenden.

Nur rund 31.000, also nicht einmal jede zweite dieser Integrationen in den Arbeitsmarkt, war auch „bedarfsdeckend“. Als bedarfsdeckend gilt eine Integration nur, wenn der vormals Arbeitslose drei Monate nach der Integration keine Hartz-IV-Leistungen mehr bezieht.

Die gute Arbeitsmarktlage scheint nicht zu besseren Chancen von arbeitslosen Hartz-IV-Empfängern auf dem Arbeitsmarkt zu führen. Trotz historisch niedriger Arbeitslosenzahlen ist im Vergleich zum Vorjahr sowohl die Zahl der Arbeitsaufnahmen von vormals arbeitslosen Hartz-IV-Empfängern insgesamt gesunken (minus 3,5 % im Vergleich zu 2015 ), als auch die Zahl derjenigen, deren neue Arbeit auch bedarfsdeckend war (minus 5,7% im Vergleich zu 2015).

Weitere ausführliche Informationen zum Thema bedarfsdeckende Integration von Hartz-IV-Empfängern finden Sie im Arbeitsmarkt Report Hessen 09-2017.

Monatliche Übersicht über beschäftigungspolitische Maßnahmen in Hessen

Darüber hinaus enthält der Report jeden Monat Übersichten über den Bestand an TeilnehmerInnen in ausgewählten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen in den hessischen Kommunen, getrennt nach der Kostenträgerschaft im SGB III und SGB II.

Der Arbeitsmarkt-Report Hessen wird vom Institut für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung (ISAM) der Hochschule Koblenz für die LAG Arbeit in Hessen e.V. erstellt.

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