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Arbeitsmarkt im Fokus: Passungsprobleme auf dem Ausbildungsmarkt

Hier finden Sie die Ausgabe Februar / März 2021 der neuen Reihe „Im Fokus: Arbeitsmarkt Hessen“, die das Institut für Stadt- und Regionalentwicklung (ISR) des Fachbereichs Soziale Arbeit und Gesundheit an der Frankfurt University of Applied für die LAG Arbeit in Hessen erstellt.

In der vorliegenden Studie werden die wachsenden Passungsprobleme auf dem Ausbildungsmarkt beleuchtet, die durch die Corona-Krise noch verstärkt werden. Der Begriff Passungsproblem bezeichnet die gegenwärtige Situation auf dem deutschen Ausbildungsmarkt, in der einerseits Ausbildungsplatzangebote ungenutzt bleiben, während andererseits Ausbildungsstellenbewerber/-innen bei ihrer Ausbildungsplatzsuche erfolglos bleiben.

In Teil 1 dieses Berichtes werden ausgehend von Statistiken der Bundesagentur für Arbeit (BA) vom Oktober 2020, aktuelle quantitative Dimensionen des Verhältnisses von Besetzungs- und Versorgungsproblemen auf dem Ausbildungsmarkt skizziert und Daten für Hessen präsentiert.

Teil 2 des vorliegenden Berichtes zeigt auf, dass vor allem vulnerable Gruppen – Jugendliche mit Hauptschulabschluss, mit Migrationshintergrund, Frauen der Weg in die Ausbildung erschwert wird.

Die Autor*innen Nele Keth, Christian Kolbe, Freya Köster und Tanja Oberfell fassen zusammen:

  • Die „Schrumpfung des (Ausbildungs-)Marktes“ zeichnet sich seit geraumer Zeit ab. Passungsprobleme existieren seit vielen Jahren und werden durch die Pandemie lediglich in ihren Auswirkungen noch verstärkt. Ein originärer „Corona-Effekt“ lässt sich – bezüglich der Passung auf dem Ausbildungsmarkt – nicht beobachten.
  • Bildungsabschlüsse sind zentral für die Ermöglichung gelingender Übergänge in Ausbildung. Jugendliche vulnerabler Gruppen haben schwierigere Bildungszugänge, die häufig niedrige Bildungsabschlüsse zur Folge haben. In Verbindung mit einem Migrationshintergrund überkreuzen sich Deprivilegierungen und begünstigen zusätzlich Selektions- und Schließungsprozesse.
  • Die Einschätzungen über die schwierige Einmündung in Ausbildung, jenseits von wirtschaftsstrukturellen Aspekten, sind widerstreitend. Aus Jugendstudien wird deutlich, dass dabei strukturelle Hürden und kumulierende Problembelastungen einen Übergang systematisch erschweren.
  • Für Jugendliche in besonders prekärer Situation sind es, jenseits berufsspezifischer Unterstützungen, besonders niedrigschwellige Angebote, die die Komplexität der multiplen prekären Verhältnisse in den Blick nehmen und bedürfnisorientiert begleiten können.

Hier finden Sie den ausführlichen Bericht Im Fokus: Arbeitsmarkt Hessen Februar / März 2021

Arbeitsmarkt im Fokus: Corona und Frauen in Minijobs

Corona und Frauen in Minijobs – vulnerabel wie alle und doch besonders betroffen

Dies ist der Titel der ersten Ausgabe unserer neuen Berichts-Reihe „Arbeitsmarkt im Fokus“, die die LAG Arbeit in Hessen e.V. in Zusammenarbeit mit dem Institut für Stadt- und Regionalentwicklung (ISR) des Fachbereichs Soziale Arbeit und Gesundheit an der Frankfurt Univerisity of Applied Science veröffentlicht. Die neue Reihe wird über aktuelle Entwicklungen am Arbeitsmarkt berichten und hierbei besonders die Teilhabechancen und Arbeitsmarkt-Perspektiven von Sozialbenachteiligten in den Blick nehmen. 

Minijobs wurden mit ihrer Einführung nicht selten euphemistisch als „Sprungbrett“ in die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung bezeichnet, als Möglichkeit, in den ersten Arbeitsmarkt integriert zu werden – vor allem für Frauen. Diesen empirisch wenig belegten „Mythos“ (verdi 2017) von systematischen `Klebeeffekten‘ (vgl. u.a. Böhmer, Peichl 2020) unter den Bedingungen der Pandemie kritisch zu beleuchten, ist Gegenstand der ersten Ausgabe der neuen Berichtsreihe „Arbeitsmarkt im Fokus“ der LAG Arbeit in Hessen sein. „Corona“, so aktuelle Befunde, zeigt sich als eine Situation, die Ungleichheitsstrukturen verstärkt, in der sich Prekarität für ausgewählte gesellschaftliche Gruppen in besonderer Weise manifestiert. Die im Mittelpunkt des Berichts stehenden Studien, in denen Aspekte des oben genannten Themas mit beleuchtet werden, liefern ein aussagekräftiges Bild davon, wie sich im Zuge der Pandemie strukturelle Ausschlüsse für Frauen in geringfügiger Beschäftigung verfestigen.

Coronakrise und Minijobs: Binnen drei Monaten verloren 500.000 Menschen ihre Arbeit

Knapp sechzig Prozent der im Juni 2020 deutschlandweit etwa 5,9 Millionen Minijobber*innen waren Frauen (3,5 Millionen). Im Juni 2020 – also inmitten der Corona Pandemie – ist laut Minijobzentrale im Vergleich zum Vorquartal deutschlandweit dabei ein Rückgang von insgesamt 7,5 Prozent (vorher 6,4 Millionen insgesamt) der Minijobber*innen zu verzeichnen. 500.000 Menschen verloren demnach binnen drei Monaten ihre Arbeit.


Hans Böckler Stiftung (2020) Verteilung – Corona verstärkt die Ungleichheit, in: Böckler-Impuls, Ausgabe 19

Dem Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Institut (WSI) zufolge zeichnet sich dadurch ein Trend zu verschärfter sozialer Ungleichheit ab, der zweierlei aufzeigt: „Der Abstand zwischen hohen und niedrigen Einkommen in Deutschland wird durch die Corona-Pandemie weiter wachsen. Menschen mit schon vorher niedrigen Einkommen sind im bisherigen Verlauf der Krise fast doppelt so häufig von Einbußen betroffen wie Menschen mit hohen Einkommen. Damit verschärft sich ein Trend, der schon die wirtschaftlich starken 2010er-Jahre gekennzeichnet hat. […] Je niedriger ihr Einkommen schon vor der Krise war, desto häufiger haben Befragte im Zuge der Pandemie an Einkommen eingebüßt. Zudem steigt mit abnehmendem Einkommen auch der relative Verlust. Wer weniger hatte, hat auch viel verloren“ (Hans Böckler Stiftung 2020: 4f; vgl. auch Kohlrausch 2020).

Den ausführlichen Bericht Arbeitsmarkt im Fokus 01/2021 finden Sie hier. 

Arbeitsmarkt im Fokus

Dies ist die erste Ausgabe einer neuen Berichts-Reihe, die von der LAG Arbeit in Hessen e.V.  in Zusammenarbeit mit dem Institut für Stadt- und Regionalentwicklung (ISR) des Fachbereichs Soziale Arbeit und Gesundheit an der Frankfurt University of Applied Sciences veröffentlicht wird.

Autor*innen des Berichtes Arbeitsmarkt im Fokus 01/2021:

Nele Keth – Projektmitarbeiterin im ISR
Freya Köster – Projektmitarbeiterin im ISR
Christian Kolbe – geschäftsführender Direktor des ISR

Langzeitarbeitslose in Hessen: Nicht mal zwei Prozent fanden 2019 eine Arbeit

Arbeitsmarkt-Report Hessen 01/2020

In Hessen gab es laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) im Jahresdurchschnitt 2019 rund 47.000 Langzeitarbeitslose. Langzeitarbeitslos ist, wer ohne Unterbrechung seit mindestens zwölf Monaten arbeitslos gemeldet ist. Gegenüber dem Vorjahr hat die Zahl der Langzeitarbeitslosen im Bundesland um rund 6.000 beziehungsweise 11,6 Prozent abgenommen. Das liegt allerdings nicht an verbesserten Arbeitsmarktchancen für Langzeitarbeitslose.

Quelle: Bundesagentur für Arbeit, Langzeitarbeitslosigkeit – Deutschland, Länder, Regionaldirektionen, Agenturen für Arbeit, Kreise und Jobcenter (Monats-/Jahreszahlen), Dezember 2019, Tabelle 8., Graphik erstellt durch ISAM

In Summe gab es 2019 knapp 10.000 Abgänge von Langzeitarbeitslosen in Erwerbstätigkeit. Verteilt auf die zwölf Monate bedeutet das, dass durchschnittlich jeden Monat rund 800 Langzeitarbeitslose in Erwerbstätigkeit übergingen.

In Bezug auf die Zahl der gemeldeten Langzeitarbeitslosen ergibt sich nach Angaben der BA für das Jahr 2019 (wie auch im Vorjahr) somit eine monatliche Abgangsrate von 1,7 Prozent.

Das heißt, dass jeden Monat weniger als zwei von Hundert Langzeitarbeitslosen in Erwerbstätigkeit übergingen.

Zu den Abgängen in Erwerbstätigkeit zählen geförderte und ungeförderte Beschäftigungsverhältnisse von mehr als 15 Wochenstunden sowie Wehr-, Freiwilligen und Zivildienst. Ausbildungsverhältnisse werden hingegen nicht zu den Abgängen in Erwerbstätigkeit gezählt.

Insgesamt wurden in der BA-Statistik für Hessen im Jahr 2019 knapp 74.000 Beendigungen von Langzeitarbeitslosigkeit erfasst. Eine langzeitarbeitslose Person kann dabei im Jahresverlauf mehrfach gezählt werden. Die Aufnahmen einer Erwerbstätigkeit stellen anteilig mit 13,3 Prozent also nur eine Minderheit aller Abgänge dar.

In den meisten Fällen beendeten Langzeitarbeitslose ihre Arbeitslosigkeit nicht aufgrund der Integration in Arbeit, sondern durch eine andere sogenannte „schädliche Unterbrechung“: Nahezu die Hälfte der Abgänge aus Arbeitslosigkeit entfiel auf Nichterwerbstätigkeit, beispielsweise aufgrund von Krankheit oder Sonderregelungen für Ältere. Ein weiteres Viertel der Abgänge kam aufgrund der Teilnahme an einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme oder einer Ausbildung zustande.

Auf diesem Wege verschwindet der Großteil der (vormals) Langzeitarbeitslosen aus der Statistik, ohne eine Arbeit aufgenommen zu haben.

Hier erhalten Sie den Arbeitsmarkt-Report Hessen 01/2020 als PDF-Dokument.

Zusätzlich zu dem Schwerpunktthema Langzeitarbeitslosigkeit enthält der Report, wie jeden Monat, Übersichten über den Bestand an TeilnehmerInnen in ausgewählten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen in den hessischen Kommunen, getrennt nach der Kostenträgerschaft im SGB III und SGB II.

Der Arbeitsmarkt-Report Hessen wird vom Institut für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung (ISAM) der Hochschule Koblenz für die LAG Arbeit in Hessen e.V. erstellt.

Arbeitsmarkt-Report Hessen 11/2019: Ausschöpfung der Eingliederungsmittel der Jobcenter erreicht neuen Tiefstand

Arbeitsmarkt-Report Hessen 11/2019

Der Bund weist den Jobcentern jährlich ein Budget zu, das zur Finanzierung arbeitsmarktpolitischer Maßnahmen wie zum Beispiel Qualifizierungsmaßnahmen oder öffentlich geförderter Beschäftigung verwendet werden soll. Grundlage für die Zuweisungen der sogenannten Eingliederungsmittel ist ein Finanzierungsschlüssel, in dem unter anderem die Zahl der vom jeweiligen Jobcenter betreuten Personen berücksichtigt wird.

Quelle: Arbeitsmarkt-Report Hessen 11/2019, ISAM, Daten der Bundesagentur für Arbeit zur Eingliederungsbilanz nach § 54 SGB II, September 2019

Das Budget der Jobcenter in Hessen wurde 2018 auf 260 Millionen Euro erhöht und ist damit zum fünften Mal in Folge angestiegen. Insgesamt gaben die Jobcenter in Hessen aber nur knapp 184 Millionen Euro für Arbeitsförderung aus.

Damit wurden knapp 77 Millionen Euro nicht für den eigentlichen Zweck, der Förderung von Leistungsempfängern der Grundsicherung für Arbeitsuchende (SGB II bzw. „Hartz IV“) verwendet.

Die Jobcenter in Hessen schöpften also lediglich 71 Prozent des verfügbaren Budgets aus. Über ein Viertel der Eingliederungsmittel wurden nicht für den ursprünglich vorhergesehenen Zweck verwendet. Die Ausschöpfungsquote erreichte damit einen neuen historischen Tiefstand.

Grundsätzlich mangelt es nicht an ausreichend Förderkandidaten. Allerdings nahmen 2018 in Hessen gerade einmal 8,6 Prozent der rund 292.000 Leistungsempfänger des SGB II im erwerbsfähigen Alter an einer arbeitsmarktpolitischen Maßnahme teil.

Die Ausschöpfung der Eingliederungsmittel variiert erheblich zwischen den 26 Jobcentern in Hessen.

Die höchsten Ausschöpfungsquoten erreichten im Jahr 2018 die Jobcenter Bergstraße (94 Prozent), Main-Kinzig-Kreis (87 Prozent) und Werra-Meißner-Kreis (86 Prozent). Ihnen gegenüber standen die Jobcenter Hersfeld-Rotenburg und Vogelsbergkreis (je rund 53 Prozent) und Offenbach (43 Prozent) mit den geringsten Ausschöpfungsquoten.

Ausführliche Information zur Ausschöpfung der Eingliederungsmittel in den hessischen Jobcentern erhalten Sie im Arbeitsmarkt-Report 11/2019

Darüber hinaus enthält der Report jeden Monat Übersichten über den Bestand an TeilnehmerInnen in ausgewählten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen in den hessischen Kommunen, getrennt nach der Kostenträgerschaft im SGB III und SGB II