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Arbeitsmarkt-Report Hessen 11/2018: Aufstocker im SGB II

Erwerbstätigkeit im SGB II:
Die Hälfte der Aufstocker ist sozialversicherungspflichtig beschäftigt

Ein großer Teil der Leistungsempfänger im SGB II (ugs.: „Hartz-IV“-System) hat eine Arbeitsstelle, wie aus der Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) hervorgeht. In Hessen gingen im April 2018 knapp 79.000 Erwerbsfähige im SGB II, also mehr als ein Viertel der insgesamt rund 298.000 Leistungsempfänger, einer Erwerbstätigkeit nach.

Mit 18,1 Prozent ging fast ein Fünftel der Aufstocker einer sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigung nach. Hierzu zählten auch rund 4.000 Auszubildende in Vollzeit, die 5,5 Prozent an allen Aufstockern ausmachten.

In Bezug auf die rund 298.000 erwerbsfähigen Leistungsbezieher im SGB II reichte demnach für 3,3 Prozent von ihnen das Einkommen aus einer sozialversicherungspflichtigen Vollzeitbeschäftigung (ohne Auszubildende) nicht zur Existenzsicherung aus. Absolut betrachtet muss jedoch konstatiert werden, dass trotz der guten Arbeitsmarktentwicklung und trotz des gesetzlichen Mindestlohns für knapp 10.000 Vollzeitbeschäftigte, die sich nicht in Ausbildung befinden, das Einkommen nicht zum Leben ausreicht.

Nicht alle anspruchsberechtigten Personen lösen ihren Anspruch auf Leistungen nach dem SGB II ein. Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) nennt Studien, laut denen zwischen 34 und 50 Prozent der Menschen, die eigentlich ALG II beziehen könnten, auf ihren Anspruch verzichten. Unter den Erwerbstätigen sind es Schätzungen zufolge sogar bis zu zwei Drittel der Anspruchsberechtigten.

Ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie im Arbeitsmarkt-Report Hessen 11/2018.

Monatliche Übersicht über beschäftigungspolitische Maßnahmen in Hessen

Darüber hinaus enthält der Report jeden Monat Übersichten über den Bestand an TeilnehmerInnen in ausgewählten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen in den hessischen Kommunen, getrennt nach der Kostenträgerschaft im SGB III und SGB II

Der Arbeitsmarkt-Report Hessen wird vom Institut für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung (ISAM) der Hochschule Koblenz für die LAG Arbeit in Hessen e.V. erstellt.

Foto: (c) Wrangler / Fotolia.de

 

Arbeitsmarkt-Report Hessen 10/2018

Frauen im SGB II werden seltener in arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen gefördert als Männer

Das besondere Augenmerk des Arbeitsmarkt-Report Hessen liegt diesen Monat auf der Frage, in welchem Maße Frauen von  arbeitsmarktpolitischer Förderung profitieren.

Die gesetzlichen Vorgabe im SGB III und SGB II verlangen, dass der Anteil von Frauen an Fördermaßnahmen mindestens so hoch sein muss, wie ihr Anteil an den Arbeitslosen und ihre relative Betroffenheit von Arbeitslosigkeit.

Dies ist jedoch nicht der Fall. In Hessen waren mit einem Anteil von 46,9 Prozent laut Statistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) zwischen Juli 2017 und Juni 2018 annähernd die Hälfte aller knapp 108.000 Arbeitslosen im SGB II („Hartz-IV-System“) weiblich. Dennoch waren nur 41,1 Prozent der monatlich knapp 27.000 Teilnehmenden an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen Frauen (ohne besondere Maßnahmen zur Teilhabe von Menschen mit Behinderungen).

Niedrig sind die Frauenanteile bei Maßnahmen der Berufswahl und der Berufsausbildung (37,3 Prozent), bei der Förderung der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit (33,9 Prozent) und bei Beschäftigung schaffenden Maßnahmen (38,2 Prozent).

Ein genauerer Blick in die Förderstruktur verdeutlicht weitere Ungleichgewichte. Im SGB II erreichen Frauen bei den Maßnahmen zur beruflichen Eingliederung bei einem Arbeitgeber nur einen Wert von 34,6 Prozent.

Weniger als jeder dritte (31,1 Prozent) Eingliederungszuschuss zur Unterstützung der Aufnahme einer Erwerbstätigkeit im Rahmen der Grundsicherung unterstützte eine (vormals) arbeitslose Frau.

Ausführliche Informationen zu diesem Thema erhalten Sie im  Arbeitsmarktreport Hessen 10/2018

Monatliche Übersicht über beschäftigungspolitische Maßnahmen in Hessen

Darüber hinaus enthält der Report jeden Monat Übersichten über den Bestand an TeilnehmerInnen in ausgewählten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen in den hessischen Kommunen, getrennt nach der Kostenträgerschaft im SGB III und SGB II.

Der Arbeitsmarkt-Report Hessen wird vom Institut für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung (ISAM) der Hochschule Koblenz für die LAG Arbeit in Hessen e.V. erstellt.

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Arbeitsmarkt-Report Hessen 08/2018: Zu wenige abschlussorientierte Weiterbildungen für Langzeitarbeitslose

In seinem Schwerpunkt betrachtet der Arbeitsmarkt-Report Hessen diesen Monat Weiterbildungsmaßnahmen, die zu einem Berufsabschluss führen.

Zahl der abschlussorientierten Weiterbildungsmaßnahmen für Langzeitarbeitslose gesunken

Eine abgeschlossene Berufsausbildung begünstigt den Einstieg in den  qualifikationsorientierten deutschen Arbeitsmarkt ganz erheblich. Umso erstaunlicher ist es, dass die Zahl der abschlussorientierten Weiterbildungsmaßnahmen für Langzeitarbeitslose zwischen 2015 und 2017 gesunken ist. 2015 nahmen in Hessen 2994 SGB-II-Leistungsbezieher an einer Maßnahme zur Förderung der beruflichen Weiterbildung (FbW) teil, 2017 waren es 2468.

Im Bereich der Arbeitslosenversicherung (Arbeitslosengeld I) ist die Zahl der Abschlussorientierten Weiterbildungsmaßnahmen dagegen deutlich höher, die Zahl der TeilnehmerInnen ist von 5879 (2015) auf 6191 (2017) gestiegen.

Die ungleiche Förderpraxis zementiert die Qualifikationsdefizite von Arbeitslosen im SGB II

In Hessen hatten im August 2018 fast 74.000 und damit mehr als zwei Drittel der Arbeitslosen im SGB II keine abgeschlossene Berufsausbildung. Im System der Arbeitslosenversicherung gab es zum gleichen Zeitpunkt sowohl anteilig  als auch absolut mit knapp 16.000 (30,8 Prozent) weniger Arbeitslose ohne abgeschlossene Berufsausbildung.

Ausführliche Informationen zum Thema Leiharbeit in Hessen finden Sie im Arbeitsmarkt-Report Hessen 08/2018

Monatliche Übersicht über beschäftigungspolitische Maßnahmen in Hessen

Darüber hinaus enthält der Report jeden Monat Übersichten über den Bestand an TeilnehmerInnen in ausgewählten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen in den hessischen Kommunen, getrennt nach der Kostenträgerschaft im SGB III und SGB II.

Der Arbeitsmarkt-Report Hessen wird vom Institut für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung (ISAM) der Hochschule Koblenz für die LAG Arbeit in Hessen e.V. erstellt.

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Arbeitsmarkt-Report Hessen 07/2018: Zahl der LeiharbeiterInnen steigt weiter

Der Arbeitsmarkt-Report Hessen betrachtet diesen Monat in seinem Schwerpunkt die Entwicklung der Leiharbeit in Hessen.

Die Anzahl der Leiharbeitenden in Hessen hat seit 2013 kontinuierlich zugenommen, wie die Beschäftigungsstatistik der Bundesagentur für Arbeit (BA) zeigt.

Die Dauer eines Leiharbeitsverhältnisses wurde von der Bundesregierung zum 1. April 2017 auf 18 Monate begrenzt. Trotzdem ist die Zahl der LeiharbeiterInnen in Hessen auch 2017 gestiegen.

Im Jahr 2017 waren knapp 76.500 Personen als Leiharbeitnehmer angestellt. Das sind 5,2 Prozent mehr als 2016 und sogar 23,4 Prozent mehr als noch 2013. Zum Stichtag 31.12.2017 befanden sich 2,6 Prozent der Beschäftigten in Hessen in einem Leiharbeitsverhältnis.

Leiharbeitsverhältnisse sind oft von kurzer Dauer: In Hessen bestanden im zweiten Halbjahr 2017 knapp zwei Drittel aller beendeten Arbeitsverhältnisse in Leiharbeit seit weniger als 6 Monaten. Lediglich jedes vierte beendete Leiharbeitsverhältnis bestand seit mehr als einem Jahr.

Leiharbeit wird von Lobbyverbänden der Leiharbeitsbranche oft als niederschwelliger Einstieg für arbeitsmarktferne Personen wie zum Beispiel Flüchtlinge und Langzeitarbeitslose in den Arbeitsmarkt dargestellt. Die kurzen Beschäftigungsdauern in der Leiharbeit zeigen allerdings, dass dieser Einstieg in Beschäftigung nicht für alle zu einer nachhaltigen Integration in Arbeit führt.

LeiharbeitnehmerInnen, vor allem geringqualifizierte, erhalten in vielen Fällen ein Entgelt unterhalb der jeweiligen Niedriglohnschwelle.

Die geringen Verdienste, gepaart mit kurzen Beschäftigungszeiten, führen dazu, dass viele Arbeitnehmer in der Leiharbeitsbranche nur unzureichende oder gar keine Ansprüche in den sozialen Sicherungssystemen erwerben.

Ausführliche Informationen zum Thema Leiharbeit in Hessen finden Sie im Arbeitsmarkt-Report Hessen 07/2018.

Monatliche Übersicht über beschäftigungspolitische Maßnahmen in Hessen

Darüber hinaus enthält der Report jeden Monat Übersichten über den Bestand an TeilnehmerInnen in ausgewählten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen in den hessischen Kommunen, getrennt nach der Kostenträgerschaft im SGB III und SGB II.

Der Arbeitsmarkt-Report Hessen wird vom Institut für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung (ISAM) der Hochschule Koblenz für die LAG Arbeit in Hessen e.V. erstellt.

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