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Im Fokus: Arbeitsmarkt Hessen März 2022

Vor Corona sind nicht alle gleich: Entwicklung sozialer Ungleich auf dem Arbeitsmarkt

Der vorliegende Bericht Im Fokus: Arbeitsmarkt Hessen März 2022 fasst die Themenschwerpunkte des Herbstforum 2021 des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftliche Institut (WSI) der Hans-Böckler-Stiftung zusammen und reflektiert sie. Im Fokus stehen dabei starke Faktoren und Auswirkungen sozialer Ungleichheit und die Veränderungen innerhalb der Arbeitsmärkte und der Gesellschaft. Ein besonderes Augenmerk legt dieser Bericht auf folgende Themen: Junge Menschen, Bildungsungleichheit und die Ausbildungssituation in der Krise. Als wichtiges Ergebnisse aus Vorträgen und Diskussionen der Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler*innen kann vorweggenommen werden: „Die Pandemie macht bestehende soziale Ungleichheiten sichtbar und verstärkt sie.“

Wen trifft die Krise besonders hart? Welche Rolle spielen atypische Beschäftigungsformen, Solo-Selbständigkeit und Minijobs? Wie stellt sich die Geschlechterungleichheit dar?

Ergebnisse zu diesen Fragen wurden von Wirtschafts- und Sozialwissenschaftler:innen auf dem WSI-Herbstforum präsentiert und diskutiert und werden in dem Bericht knapp zusammengefasst.

Neben der Betrachtung der aktuellen Verhältnisse ist zudem für Praktiker:innen der Sozialen Arbeit interessant, welche Veränderungsvorschläge und Lösungsmöglichkeiten auf den unterschiedlichen Ebenen im Rahmen der Tagung vorgeschlagen wurden. Was ist notwendig, damit Solidarität und eine solidarische (Arbeits)Gesellschaft bestehen bleiben und wachsen können? Welche strukturellen Handlungsmöglichkeiten liegen in der Verantwortlichkeit des Sozialstaates? Müssen wir Arbeit neu denken?

Abschließend stellen die Autor:innen des Berichts Überlegungen dazu an, welche Rolle Soziale Arbeit im Zusammenhang mit der ausgerufenen Krise der Solidarität einnimmt und welche Handlungsoptionen sich für Soziale Arbeit eröffnen.

Ein Kernpunkt der Kritik der Tagung ist die Selektivität des wohlfahrtsstaatlichen Versprechens auf Teilhabe. Diese existierte strukturell auch vor der Krise und ist Bestandteil staatlicher Regulierung. Erst recht für Menschen in vulnerablen Situationen, die nur wenig soziale Teilhabe erhalten, wozu auch Menschen im Langzeitleistungsbezug gehören.

So beenden sie den Bericht mit der Aufforderung an die Praktiker:innen der Sozialen Arbeit die prekären Situationen von Benachteiligten in der Öffentlichkeit sichtbar zu machen und fordern sie dazu heraus, sich das politische Mandat selbst zu geben und nicht darauf zu warten, es zugewiesen zu bekommen.

Den ausführlichen Report „WSI – Herbstforum 2021. Solidarität in der Krise – Tagungsbericht. Vor Corona sind nicht alle gleich: Entwicklung sozialer Ungleichheiten auf dem Arbeitsmarkt“ finden Sie hier.

Seit Beginn des Jahres 2021 veröffentlicht die LAG Arbeit in Hessen e.V.  in Zusammenarbeit mit dem Institut für Stadt- und Regionalentwicklung (ISR) des Fachbereichs Soziale Arbeit und Gesundheit an der Frankfurt University of Applied Sciences die neue Berichtsreihe „Im Fokus: Arbeitsmarkt Hessen“

Autor:innen des Berichtes Im Fokus: Arbeitsmarkt Hessen März 2022

Nele Keth – Projektmitarbeiterin im ISR
Christian Kolbe – geschäftsführender Direktor des ISR
Freya Köster – Projektmitarbeiterin im ISR

Interdependenzen von Wohnungs- und Arbeitslosigkeit

IM FOKUS: ARBEITSMARKT HESSEN SEPTEMBER 2021

Der vorliegende Bericht widmet sich dem schwierigen Verhältnis von Arbeits- und Wohnungslosigkeit. Wie in den vergangenen Ausgaben von „Im Fokus: Arbeitsmarkt Hessen“ fokussieren die Autor:innen Nele Keth, Prof. Dr. Christian Kolbe, Freya Köster und Tanja Oberfell, dabei auf neuralgische Situationen ohne Anspruch auf Vollständigkeit.

Drei Themen stehen im Vordergrund: die (Un)möglichkeiten der Arbeitsaufnahme, die Schwierigkeiten damit, Arbeit in der Situation von Wohnungslosigkeit zu halten und die Frage der Sinnhaftigkeit von Erwerbsarbeit als vorrangige Perspektive der Veränderung im Zusammenhang mit anderen lebensweltlichen Herausforderungen im Zuge von Wohnungslosigkeit. Wesentlich für die Diskussion ist es demzufolge, sich der Heterogenität der Lebenssituation der Menschen gewahr zu sein, die keinen einheitlichen Blick auf das Thema Arbeit und dessen Bedeutung haben (können). Eine passgenaue Hilfe müsste die unterschiedlichen Bedürfnisinterpretationen zum Ausgangspunkt nehmen.

Hier finden Sie den ausführlichen Bericht Interdependenzen von Wohnungs- und Arbeitslosigkeit“.

In der neuen Berichts-Reihe Im Fokus: Arbeitsmarkt Hessen, die das Institut für Stadt- und Regionalentwicklung (ISR) des Fachbereichs Soziale Arbeit und Gesundheit der Frankfurt University of Applied Science unter der Leitung von Professor Christian Kolbe seit Anfang des Jahres 2021 für die LAG Arbeit in Hessen erstellt, nehmen die Autor:innen die Lebenswelten und Arbeitsmarktchancen von Benachteiligten sowie die Auswirkungen sozialstaatlichen Handelns kritisch in den Blick.

Bundesnetzwerk mit Prüfsteinen zur Bundestagswahl

FOKUS AUF DIE SCHWÄCHSTEN LEGEN!

Mit der Bundestagswahl am 26. September 2021 geht eine turbulente Legislaturperiode zu Ende, die das Bundesnetzwerk für Arbeit und soziale Teilhabe intensiv begleitet hat. Die Einführung des Teilhabechancengesetzes hat die Perspektiven für langzeitarbeitslose Menschen verbessert. Für das Bundesnetzwerk ist das Gesetz eine große Chance zur Teilhabe von Langzeiterwerbslosen. Es bleibt die Hoffnung auf eine Verstetigung über die Bundestagswahl hinaus, um die Reichweite des Gesetzes zu erhöhen.

Die mehr als 200 im sozialen Arbeitsmarkt tätigen Unternehmen und Organisationen, die im Bundesnetzwerk zusammenarbeiten, sind dabei wichtige Akteure. Sie kennen die lokalen Arbeitsmärkte sowie die arbeitsmarktlich und sozial Ausgeschlossenen gut und stellen zudem wichtige soziale und stadtteilbezogene Dienstleistungen zur Verfügung.

Gerade jetzt in der Pandemie geht es um den sozialen Zusammenhalt in der Gesellschaft. Beschäftigungsträger mit ihren Angeboten für Menschen in prekären Lebenslagen und für das Gemeinwesen brauchen die maximale Unterstützung durch die Politik. Geld ist genug da, denn 2020 wurden erneut über 700 Millionen Euro nicht wie vom Bundesgesetzgeber vorgesehen für die Förderung von Langzeitarbeitslosen aufgewendet, sondern ungenutzt zurückgegeben.

Das Bundesnetzwerk hat – auch für die Diskussionen mit unseren regionalen Netzwerken – beschäftigungspolitische Kernforderungen zur Bundestagswahl zusammengestellt. Auf der Sitzung vom 18. März 2021 wurden diese ergänzt, um die aktuellen politischen Entwicklungen adäquat widerzuspiegeln.

Insgesamt:

  1. Ausschöpfung der für die Eingliederung vorgesehenen Mittel zugunsten von langzeitarbeitslosen Menschen;
  2. keine weitere Verschiebung von Eingliederungsmitteln in den Verwaltungstitel;
  3. Ein Recht auf soziale Teilhabe durch die Ermöglichung von Teilnahme an einem arbeitsmarktpolitischen Angebot für alle Personen im Leistungsbezug;
  4. Betonung der Wichtigkeit von Freiwilligkeit bei der Teilnahme an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen („Recht statt Pflicht“)

Für das Teilhabechancengesetz:

  • Entfristung des Teilhabechancengesetzes, weg von der „Programmitis“ in der Arbeitsmarktpolitik, hin zum Regelinstrument für den sozialen Arbeitsmarkt und für gesellschaftliche Teilhabe;
  • Kofinanzierung des Teilhabechancengesetzes aus Bundesmitteln für Sach- und Restpersonalkosten sowie arbeitsplatzbezogene Unterweisung und Anleitung (z.B. über eine Nutzung des §16f SGB II) für gemeinnützige Betriebe;
  • Übernahme auch von Landesmindestlöhnen;
  • Verbindliche Nutzung des Passiv-Aktiv-Transfers auf Bundes- und kommunaler Ebene zugunsten der Langzeitarbeitslosen;

Auf der Grundlage dieser Prüfsteine wird das Bundesnetzwerk Empfehlungen zur Bundestagswahl veröffentlichen. Zuvor werden die Wahlprogramme der Parteien analysiert und festgestellt, in wie weit diese Forderungen Berücksichtigung gefunden haben.

Gern stehen wir beratend zur Verfügung.

Hier finden Sie die Pressemitteilung des Bundesnetzwerkes und der LAG Arbeit in Hessen als PDF-Dokument.

Zum Bundesnetzwerk für Arbeit und soziale Teilhabe:

Das Bundesnetzwerk für Arbeit und soziale Teilhabe ist ein Verbund von rund 240 arbeitsmarktlichen Dienstleistern in den Landesarbeitsgemeinschaften und Verbänden für Arbeit in Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen, Schleswig-Holstein und Thüringen. Die Praktiker in den Organisationen entwickeln ihre Erkenntnisse im Umgang mit arbeitslosen Menschen bei der Umsetzung von Angeboten der Aktivierung, Ausbildung, Weiterbildung und Beschäftigung.

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Bundesnetzwerk für Arbeit und soziale Teilhabe

c/o Verband für Arbeit, Bildung und Integration, Silbersteinstraße 33 in 12051 Berlin

Presseanfragen: Stephan Schultz 0162 2454 658

https://www.arbeit-teilhabe.de

LAG Arbeit in Hessen e.V.
Kurmainzer Str. 6
65929 Frankfurt
Presseanfragen: Miriam Hedtmann, 069-97319400

www.lag-arbeit-hessen.de

Online-Diskussion Arbeitsmarktpolitik: Mehr soziale Teilhabe für Benachteiligte – Praxis trifft Politik

unter dem Titel Arbeitsmarktpolitik: Mehr soziale Teilhabe für Benachteiligte – Praxis trifft Politik wird die LAG Arbeit in Hessen e.V. am 27.08., 12 – 14 Uhr eine Online-Diskussion über Zoom veranstalten.

Aus der hessischen Landespolitik werden an der Diskussion teilnehmen:

  • Sabine Bächle-Scholz, MdL, arbeitsmarktpolitische Sprecherin der CDU-Landtagsfraktion
  • Marcus Bocklet, MdL, sozialpolitischer Sprecher der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen
  • Christiane Böhm, MdL, sozialpolitische Sprecherin der Fraktion Die Linke
  • Lisa Gnadl, MdL, sozialpolitische Sprecherin der SPD-Landtagsfraktion

Als Expert*innen nehmen teil:

  • Claudia Czernohorsky-Grüneberg, Geschäftsführerin Jobcenter Frankfurt am Main (gE)
  • Kerstin Gerbig,  Vorsitzende der LAG Arbeit in Hessen e.V.
  • Gerlind Jäckle,  Vorstandsmitglied der LAG Arbeit in Hessen e.V.
  • Sebastian Kleist, Vorstand Kommunales Jobcenter Lahn-Dill
  • Andrea Martin, Jobcenter Landkreis Marburg-Biedenkopf, Fachbereichsleitung Integration und Arbeit
  • Clemens Mellentin, Vorstandsmitglied der LAG Arbeit in Hessen e.V.

Moderation: Michael Lechner, Bauhaus Werkstätten Wiesbaden

Möchten Sie an der Online-Konferenz am 27.08.2021 teilnehmen? Dann melden Sie sich bitte hier über unser Buchungssystem bis zum 24.08.21 an.