Arbeitsmarkt-Report Hessen 02/2018 – Die häufigsten Gründe für Sanktionen im SGB II

Der Arbeitsmarkt-Report Hessen betrachtet diesen Monat in seinem Schwerpunkt die Gründe für Sanktionen gegenüber Empfängern von Arbeitslosengeld II in Hessen.

Mehr als zwei Drittel der Sanktionen wurden auf Grund von Termin- bzw. Meldeversäumnissen verhängt.

Deutlich seltener waren Ablehnung von Jobangeboten oder mangelnde Eigeninitiative bei der Jobsuche die Ursache einer Sanktion. Nur jede achte Sanktion wurde ausgesprochen, weil Empfänger von Arbeitslosengeld II sich weigerten, eine Arbeit, Ausbildung oder Maßnahme aufzunehmen oder fortzuführen. 11,9 Prozent der Sanktionen wurden aufgrund eines Verstoß gegen die Eingliederungsvereinbarung verhängt.

In 4,6 Prozent der Fälle waren „Sonstige Gründe“ Anlass für die Sanktion. Hierzu zählen beispielsweise die absichtliche Verminderung von Einkommen und Vermögen oder unwirtschaftliches Verhalten des Leistungsempfängers.

Weitere ausführliche Informationen zu diesem Thema erhalten Sie im Arbeitsmarktreport Hessen 02/2018

Monatliche Übersicht über beschäftigungspolitische Maßnahmen in Hessen

Darüber hinaus enthält der Report jeden Monat Übersichten über den Bestand an TeilnehmerInnen in ausgewählten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen in den hessischen Kommunen, getrennt nach der Kostenträgerschaft im SGB III und SGB II.

Der Arbeitsmarkt-Report Hessen wird vom Institut für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung (ISAM) der Hochschule Koblenz für die LAG Arbeit in Hessen e.V. erstellt.

Foto: (c) Wrangler / Fotolia.de

Fortbildung: Integrierte Schuldnerberatung – Erste Hilfe und Krisenintervention für verschuldete Arbeitssuchende

Wann: 26.04.2018, 09:00 bis 16:00 Uhr
Wo: GAB Limburg – Weilburg, Im Schlenkert 14, 65549 Limburg


Fortbildung: Integrierte Schuldnerberatung – Erste Hilfe und Krisenintervention für verschuldete Arbeitssuchende

Arbeitslosigkeit, besonders über einen längeren Zeitraum, bedeutet für viele Betroffene, dass ihr Geld auch für alltägliche Ausgaben wie Miete, Heizung, Telefon und Fernsehen nicht reicht. Deshalb sind TeilnehmerInnen von arbeitsintegrativen Maßnahmen häufig von Schulden und den Auswirkungen von Vollstreckung und Pfändung betroffen.

Eine frühzeitige und möglichst niedrigschwellige Hilfe kann von den Ansprechpartnern in den Maßnahmen geleistet werden. Wegen dem oftmals vorhandenen Vertrauensvorschuss kann es den Ersthelfern in den Arbeitsmarktprojekten schnell gelingen in die Problemstruktur vorzudringen.

Der Umgang mit Existenz gefährdenden Schulden (Miete und Strom), Schuldnerschutz bei Vollstreckungen der Staatsanwaltschaft, Schuldnerschutz bei Vollstreckungen und Pfändungen privater Gläubiger, Einrichtung eines Pfändungsschutzkontos, Pfändungsschutz bei Arbeitseinkommen und weitere Hilfestellungen sind Inhalte der Fortbildung.

Es wird eine kurze Übersicht über das Verbraucherinsolvenzverfahren angeboten.

Hier finden Sie ausführliche Informationen und die Anmeldung

 Inhalte der Fortbildung:
  • Was ist der Unterschied zwischen Ver- und Überschuldung?
  • Wie entsteht Überschuldung?
  • Zahlungsverpflichtungen und Schulden aus verschiedenen Bereichen (Miete, Energie, Geldstrafen- und Bußen, Internet, Banken, Telekommunikation, Finanzamt, etc.)
  • Das vereinfachte Mahnverfahren
  • Pfändung und Zwangsvollstreckung
  • Existenzsicherung
  • Pfändungsschutz
  • Regulierungsmöglichkeiten
  • Kurzer Einblick in das Verbraucherinsolvenzverfahren
Trainer:

Beraterinnen und Berater der Schuldner- und Insolvenzberatung der GAB Limburg – Weilburg

Hier finden Sie ausführliche Informationen und die Anmeldung

Arbeitsmarkt-Report 01/2018 – Entwicklung in der Grundsicherung für Arbeitssuchende

Weniger Arbeitslose aber mehr Leistungsempfänger

Der Schwerpunkt des Arbeitsmarkt-Report 01/2018 liegt auf der Entwicklung von Leistungsbezug und Arbeitslosigkeit im SGB II.

Zwischen 2012 und 2017 ist die Zahl der Arbeitslosen in Hessen, die Grundsicherungsleistungen nach dem SGB II beziehen um sieben Prozent auf knapp 112.000 gesunken.

Die Zahl der Unterbeschäftigten im ALG-II-Bezug ist allerdings gegenüber 2012 um 1,1 Prozent gestiegen.  Zu den Unterbeschäftigten im engeren Sinne zählen neben den registrierten Arbeitslosen ebenfalls Teilnehmer an bestimmten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen (Ein-Euro-Jobs, Fortbildungen etc.), zeitweise arbeitsunfähig erkrankte Personen und Ältere in vorruhestandsähnlichen Regelungen. Sie ist daher die „ehrlichere“ Arbeitslosenzahl.

Die Zahl der ALG-II-Empfänger insgesamt ist in Hessen in den letzten fünf Jahren um 25.000 Personen bzw. um neun Prozent gestiegen. Diese gegenläufigen Entwicklungen erklären sich dadurch, dass nur rund jeder dritte Hartz-IV-Empfänger offiziell zu den Arbeitslosen zählt. Arbeitslos im Sinne der Statistik ist nur, wer erwerbsfähig ist und dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht. Dies ist unter anderem bei Krankheit, der Pflege und Erziehung von Angehörigen oder der Teilnahme an Maßnahmen nicht der Fall.

Weitere ausführliche Informationen zu diesem Thema erhalten Sie im Arbeitsmarkt-Report 01/2018

Monatliche Übersicht über beschäftigungspolitische Maßnahmen in Hessen

Darüber hinaus enthält der Report jeden Monat Übersichten über den Bestand an TeilnehmerInnen in ausgewählten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen in den hessischen Kommunen, getrennt nach der Kostenträgerschaft im SGB III und SGB II.

Der Arbeitsmarkt-Report Hessen wird vom Institut für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung (ISAM) der Hochschule Koblenz für die LAG Arbeit in Hessen e.V. erstellt.

Foto: (c) Wrangler / Fotolia.de

Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit – Aktionsprogramm gegen Perspektivlosigkeit erforderlich

Um das von Angela Merkel angestrebte Ziel der Vollbeschäftigung zu erreichen, muss die Politik vor allem den 900.000 Langzeitarbeitslosen den Weg in den Arbeitsmarkt ermöglichen. Dafür bedarf es deutlich mehr Mittel für abschlussorientierte  Fördermaßnahmen, für die Beratung und Betreuung der Langzeitarbeitslosen in den Jobcenter und einen Sozialen Arbeitsmarkt im nennenswerten Umfang. 

Das  DGB-PapierLangzeitarbeitslose: Aktionsprogramm gegen Perspektivlosigkeit“  fasst die Handlungsbedarfe und Stellschrauben zusammen:

  • Obwohl im Hartz-IV-System ein erhöhter Förderbedarf besteht,
    werden Arbeitslose im Hartz-IV-Bezug viel seltener gefördert als in der Arbeitslosenversicherung. Gewährt die
    Versicherung mehr als jedem dritten Arbeitslosen eine
    Fördermaßnahme, wird im Hartz-IV-System nur jede/r Fünfte gefördert. Bildungsmaßnahmen, die zu einem Abschluss
    führen, werden im Hartz-IV-System so gut wie gar nicht angeboten.
  • Der Markt wird das Problem der Langzeitarbeitslosigkeit nicht lösen. Eine neue Bundesregierung ist dringend aufgefordert, den Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit zu einem Schwerpunkt der Arbeit zu machen. Die Maßnahmen der beruflichen Weiterbildung, insbesondere solche, mit denen ein Berufsabschluss nachgeholt werden kann, müssen deutlich ausgeweitet werden. In nennenswerter Größenordnung müssen Langzeitarbeitslosen öffentlich geförderte Arbeitsplätze angeboten werden und zwar in Form regulärer Arbeitsverhältnisse.
  • Zudem müssen Lücken in der sozialen Absicherung geschlossen werden , das Hartz-IV-System entlastet und den Jobcentern ausreichend Personal und Finanzmittel zur Verfügung gestellt werden.

Hier finden Sie das ganze  DGB-Papier „Langzeitarbeitslose: Aktionsprogramm gegen Perspektivlosigkeit“