Regierung fördert Langzeitarbeitslose viel weniger

Die FAZ vom 06.08.14 macht den gravierenden Abbau der öffentlich geförderten Beschäftigung erneut zum Thema und spricht dazu mit Brigitte Pothmer (arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen) und Heinrich Alt (BA). Während Brigitte Pothmer erneut einen Sozialen Arbeitsmarkt mit einer Förderung, die sich nicht allein auf die Vermittlung in den regulären Arbeitsmarkt konzentriert, fordert, verweist Heinrich Alt auf andere Handlungsbedarfe: den weiteren Ausbau der Kinderbetreuung und der sozialintegrativen Leistungen – beides Aufgaben der Kommunen – und beklagt den Abbau geförderter Sprachkurse. „Weil der Europäische Sozialfonds nun aber weniger Geld bereit stellt, gibt es laut Bundesagentur zukünftig nur noch 15.000 Plätze“ jährlich statt 20.000.

Und wie sieht es in Hessen aus? Was die Förderung von Langzeitarbeitslosen angeht, keineswegs besser: in Hessen wurden die Arbeitsgelegenheiten von 12.886 Plätzen im Juni 2010 bis Juni 2014 auf 3.604 herunter gefahren. Die Beschäftigung schaffenden Maßnahmen (Arbeitsgelegenheiten plus Bürgerarbeit, BEZ usw.) reduzierten sich von Juni 2011 auf Juni 2014 von 8.782 Plätzen auf 4.216, also um mehr als die Hälfte. Aktuell und offiziell zählen in Hessen mehr als 56 Tsd. Menschen als langzeitarbeitslos.  Quelle: Statistik der Bundesagentur für Arbeit, Arbeitsmarktreport Land Hessen, Juni 2014.

Positionspapier des Deutschen Landkreistages „Qualifizierung von arbeitslosen Personen ohne Berufsabschluss“

Vor dem Hintergrund, dass insbesondere Personen ohne Berufsabschluss stark und dauerhaft von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen sind „hält der Deutsche Landkreistag ein nachhaltiges Vorgehen für erforderlich, das einerseits die Zahl der Personen ohne beruflichen Abschluss deutlich reduziert und andererseits die zukünftige Fachkräftenachfrage berücksichtigt“ und fordert:

  • Den Übergang zwischen Schule und Beruf durch ein kommunales Übergangsmanagement zu erleichtern
  • Die betriebliche Ausbildung zu fördern
  • Anerkennung von Teilqualifikationen
  • Berufsabschlussorientierte Weiterbildungen auskömmlich zu fördern

Die Teilqualifikationen, ggf. auch für Helferberufe mit zweijähriger Ausbildungszeit, sollten in Arbeitsgelegenheiten erworben werden können. Dazu müssten die Arbeitsgelegenheiten „inhaltlich wieder deutlich arbeitsmarknäher und flexibler ausgestaltet werden“.

Mehr dazu im Positionspapier, das das Präsidium des DLT im Juli 2014 verabschiedet hat.

BMAS kurz vor Fertigstellung eines Sonderprogrammes

Aus gewöhnlich gut unterrichteten Quellen“ wurde der LAG Arbeit in Hessen ein erstes Kurzkonzept zugetragen.

Das Bundesarbeitsministerium plant ein ESF-finanziertes Sonderprogramm für die Integration von „arbeitsmarktferne langzeitarbeitslose Leistungsbezieher“.

Für dieses Programm sind insgesamt 940 Mio vorgesehen. Die für die Kofinanzierung erforderlichen Mittel in Höhe von 470 Mio müssen aus den bestehenden EGT der Jobcenter entnommen werden! Dies bedeutet also faktisch eine weitere Kürzung der Fördermittel für bestehende Maßnahmen.

Hier die wesentlichen Inhalte des Kurzkonzeptes

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