Leben, lernen, arbeiten – wie es Migranten in Deutschland geht

Das Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) und das Sozio-oekonomische Panel (SOEP) des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) führen gemeinsam mit TNS Infratest Sozialforschung seit dem Jahr 2013 eine Befragung von Migranten und deren Nachkommen in Deutschland durch. Die Ergebnisse der ersten Befragungswelle liegen nun vor und sind in einer Sonderausgabe der IAB-Kurzberichte veröffentlicht. Rund 5000 Menschen, die seit 1995 nach Deutschland gekommen sind, sowie deren Familienangehörige wurden befragt und werden 2014 und 2015 erneut befragt.

Der Kurzbericht „Muster der Migration“ konstatiert, dass traditionelle Muster der Migration, in denen Zuwanderer dauerhaft in dem Zielland verbleiben, zunehmend seit der Finanz- und Wirtschaftskrise durch neue Muster abgelöst werden, in denen Menschen wiederholt emigrieren und in verschiedenen Ländern leben. Fast drei Viertel der seit 1995 eingewanderten und befragten Migranten wollen in Deutschland bleiben. Die Bleibeabsicht ist unter Befragten mit hohem Bildungsniveau am geringsten. Über zwei Drittel der Zuwanderer gelangen durch Familiennachzug, als Spätaussiedler sowie als Asylbewerber und Flüchtlinge nach Deutschland, nur 6 % kamen zur Arbeitssuche.

Der Kurzbericht „Migranten investieren in Sprache und Bildung“ stellt fest, dass 28% der Befragten seit ihrer Zuwanderung (weitere) berufliche Bildungsabschlüsse erworben haben oder sich in Ausbildung und Bildung befinden. Bei den Zuwanderern, die ohne beruflichen Abschluss eingewandert sind, ist die Quote noch höher: 35%.

Der Kurzbericht „Anerkannte Abschlüsse und Deutschkenntnisse lohnen sich“ ist u.a. nachzulesen, dass über die Hälfte der Migranten die erste Arbeitsstelle über soziale Netzwerke, vor allem Familienangehörige, findet. Bei den Migranten ohne Berufsabschluss sind es zwei Drittel.

Die Ergebnisse der Befragung zu Diskriminierungserfahrungen (gut die Hälfte der Befragten berichten davon) und sozialer Integration sind im Kurzbericht „Wie zufrieden sind Migranten mit ihrem Leben“ nachzulesen.

Verfassungsfragen des Passiv-Aktiv-Transfers

Ein von EFAS (Evangelischer Fachverband für Arbeit und Soziale Integration) in Auftrag gegebenes Rechtsgutachten von Prof. Dr. Bernd Hartmann kommt zum Ergebnis: Der Anwendung des PASSIV-AKTIV-TRANSFER für öffentlich geförderte Beschäftigung stehen weder haushaltsrechtliche noch finanzverfassungsrechtliche Hürden entgegen. Auch das immer wieder vorgebrachte Übertragungsverbot vom Bund auf die Kommunen hält der rechtlichen Prüfung nicht stand.

Das Gutachten