Schlagwort-Archive: Langzeitarbeitslos

Wir begrüßen die arbeitsmarktpolitischen Zielsetzungen des Sondierungspapiers von CDU, CSU und SPD

Die LAG Arbeit in Hessen unterstützt die arbeitsmarktpolitischen  Zielsetzungen des Sondierungspapiers  von CDU, CSU und SPD

In einem gemeinsamen Papier des Netzwerkes für Arbeit und Soziale Teilhabe haben wir unsere arbeitsmarktpolitischen Positionen hier kurz zusammen gefasst .

Wir begrüßen:

  • Die Zielsetzung, insbesondere Langzeitarbeitslose besser zu fördern und zu aktivieren, ihnen eine Perspektive zu eröffnen
  • Durch Qualifizierung und Weiterbildung Langzeitarbeitslosen eine bessere Chance auf dem Arbeitsmarkt zu ermöglichen
  • Mit einem ganzheitlichen Ansatz die Qualifizierung, Vermittlung und Reintegration von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt voranzutreiben
  • Die Schaffung des neuen Instruments „Teilhabe am Arbeitsmarkt für alle“
  • Aufstockung der SGB-II-Mittel
  • Den Passiv-Aktiv-Transfer zu ermöglichen
Weitere Erfordernisse aus unserer Sicht:

(Langzeit-) Arbeitslose SGB-II-Leistungsbezieher sind eine heterogene Zielgruppe. Für ihre Aktivierung, soziale Teilhabe, Kompetenzentwicklung und Heranführung an bzw. Integration in den Arbeitsmarkt benötigen wir adäquate finanzielle und inhaltliche Rahmenbedingungen, wie:

  • Wiederherstellung der Angemessenheit zwischen Eingliederungs- und Verwaltungsmitteln (Ist 2016: Eingliederungsmittel: 3,4 Mrd. Euro / Verwaltungskosten > 6,0 Mrd. Euro). 2010 lag der Budgetschwerpunkt noch auf den Eingliederungsleistungen.
  • Wiederherstellung der Haushaltswahrheit im Bereich der Eingliederungsleistungen, d.h. Schluss mit der Umverteilung zugunsten des Verwaltungshaushaltes der Jobcenter (Umverteilung 2016: 764 Mio. Euro / 2011: 245 Mio. Euro). Bisher völlig unterfinanzierte Eingliederungsmittel subventionieren unterfinanzierte Verwaltungsbudgets der Jobcenter.
  • Flächendeckende Umsetzung des Passiv-Aktiv-Transfers um „gute“ Arbeit, (d.h. sozialversicherungspflichtige) wieder für deutlich mehr Langzeitarbeitslose anbieten zu können.
  • Förderung von marktnahen, sozialbetrieblichen Strukturen und Tätigkeitsbereichen, um tragfähige Brücken für die Betroffenen in den ungeförderten Arbeitsmarkt zu bauen. Öffentlich geförderte Beschäftigung (ögB) sollte geöffnet werden für marktnahe und regional sinnstiftende Arbeiten.
  • Schaffung von Förderbedingungen, die die individuellen und regionalen Besonderheiten der Zielgruppe und des Arbeitsmarktes berücksichtigen. Das schließt auch die Langfristigkeit und das Ineinandergreifen verschiedener Förderansätze (Qualifizierung und Beschäftigung)
    ein.
  • Akzeptanz von langfristigen bzw. unbefristeten Förderansätzen, um diejenigen vor destruktiven „Jo-Jo-Effekten“ zu bewahren, deren Vermittlung in den Arbeitsmarkt mittel- bis
    langfristig nicht zu erwarten ist.

Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik sind wesentliche Säulen unserer Gesellschaft. In ihnen spiegelt sich auch der politische und kulturelle Umgang mit denen wieder, die auf die Hilfe des Staates angewiesen sind.

 

 

 

Arbeitsmarkt-Report Hessen 10/2017

Öffentlich geförderte Beschäftigung: zwei drittel weniger Teilnehmer-Plätze als 2009

Der Schwerpunkt des Arbeitsmarkt-Reportes Hessen 10 /2017 liegt auf der Entwicklung der öffentlich geförderten Beschäftigung.

Vielen Arbeitslosen im Hartz-IV-Bezug fällt die Integration in Arbeit auf Grund vorliegender Vermittlungshemmnisse wie Langzeitarbeitslosigkeit, fehlende Qualifikation oder gesundheitliche Einschränkungen schwer. Um  ihnen die Arbeitsaufnahme bei einem Beschäftigungsunternehmen oder in der freien Wirtschaft zu erleichtern, können die Jobcenter arbeitsmarktpolitische Maßnahmen im Bereich der öffentlich geförderten Beschäftigung einsetzen.

Die Sparmaßnahmen der Bundesregierung bei der öffentlich geförderten Beschäftigung haben den Einsatz dieses Instrumentes aber ab 2010 stark eingeschränkt. Gegenüber 2009 ist die Teilnehmerzahl auf weniger als ein Drittel gesunken. 2017 nahmen von den knapp 60.000 Langzeitarbeitslosen in Hessen nur 3.400 Personen an Arbeitsgelegenheiten teil. Mit der Instrumentenreform 2012 hat die Bundesregierung arbeitsmarktpolitische Maßnahmen nochmals massiv reduziert.

Neue Bundesprogramme sorgen seit 2015 wieder für einen leichten Anstieg

2015 sind die beiden Bundesprogramme Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt und Eingliederung langzeitarbeitsloser Leistungsberechtigter neu hinzugekommen, in denen 2017 insgesamt in Hessen rund 900 Personen gefördert werden. Sie sorgen seit 2015 für einen leichten Anstieg der TeilnehmerInnenzahlen in der öffentlich geförderten Beschäftigung.

Weitere ausführliche Informationen zu diesem Thema erhalten Sie im Arbeitsmarkt Report Hessen 10/2017

Monatliche Übersicht über beschäftigungspolitische Maßnahmen in Hessen

Darüber hinaus enthält der Report jeden Monat Übersichten über den Bestand an TeilnehmerInnen in ausgewählten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen in den hessischen Kommunen, getrennt nach der Kostenträgerschaft im SGB III und SGB II.

Der Arbeitsmarkt-Report Hessen wird vom Institut für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung (ISAM) der Hochschule Koblenz für die LAG Arbeit in Hessen e.V. erstellt.

Foto: (c) Wrangler / Fotolia.de

 

 

Arbeitsmarkt-Report Hessen 07/2017

Langzeitarbeitslosen Hartz-IV-Empfänger gelingt nur selten der Schritt in den ersten Arbeitsmarkt

In diesem Monat betrachtet der Arbeitsmarkt-Report Hessen schwerpunktmäßig die Abgänge aus der Langzeitarbeitslosigkeit.

Langzeitarbeitslos im Sinne der Statistik ist, wer seit mindestens einem Jahr arbeitslos gemeldet ist. Von den Langzeitarbeitslosen, die Arbeitslosengeld I beziehen, konnte im Juni 2017 jeder sechste durch Aufnahme einer Beschäftigung die Langzeitarbeitslosigkeit beenden. Bei den Langzeitarbeitslosen Hartz-IV-Empfängern gelang  nur rund jedem zehnten der Schritt in den ersten Arbeitsmarkt. 

Trotz der ganz erheblichen Bedeutung einer abgeschlossenen Berufsausbildung für den Erfolg auf dem deutschen Arbeitsmarkt beginnt nur ein sehr geringer Teil (unter 0,1 Prozent)  der Langzeitarbeitslosen eine (schulische) Ausbildung.

Weitere ausführliche Informationen zur Entwicklung der Langzeitarbeitslosigkeit in Hessen finden Sie im Arbeitsmarkt-Report Hessen 07/2017.

Monatliche Übersicht über beschäftigungspolitische Maßnahmen in Hessen

Darüber hinaus enthält der Report jeden Monat Übersichten über den Bestand an TeilnehmerInnen in ausgewählten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen der hessischen Gebietskörperschaften, getrennt nach der Kostenträgerschaft im SGB III und SGB II.

Der Arbeitsmarkt-Report Hessen wird vom Institut für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung (ISAM) der Hochschule Koblenz für die LAG Arbeit in Hessen e.V. erstellt.

Foto: (c) Wrangler / Fotolia.de

 

Arbeitsmarkt-Report 06/2017

Sonderprogramme zum Abbau von Langzeitarbeitslosigkeit wenig erfolgreich

Im Schwerpunkt dieser Ausgabe des Arbeitsmarkt-Report Hessen werden die beiden Bundesprogramme zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit untersucht, das ESF-Bundesprogramm zur Eingliederung langzeitarbeitsloser Leistungsberechtigter und das Bundesprogramm Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt.

Im ESF-Bundesprogramm läuft die Besetzung der Plätze durch die Jobcenter in Hessen, wie bundesweit, schleppend. Bundesweit stehen 33.000 Plätze zur Verfügung. Davon wurden aber seit Start des Programms vor zwei Jahren nur 22.700 durch die Jobcenter beantragt. In Hessen wurden 1.858 Plätze bewilligt.

Im Bundesprogramm Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt wurden von den bundesweit 20.000 Plätzen bis Juni 2017 19.643 Plätze bewilligt, 392 davon in Hessen.

Zuletzt wurden in Hessen 788 Teilnehmende im ESF-Bundesprogramm und 231 Teilnehmende im Programm Soziale Teilhabe gefördert. Dem stehen im Juni 2017 in Hessen knapp 60.000 Langzeitarbeitslose gegenüber. Die beiden Bundesprogramme leisten also keinen relevanten Beitrag zum Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit. 

Ausführliche Infos zu diesem Thema finden Sie im Arbeitsmarkt-Report Hessen 06/2017 

Monatliche Übersicht über beschäftigungspolitische Maßnahmen in Hessen

Darüber hinaus enthält der Report jeden Monat Übersichten über den Bestand an TeilnehmerInnen in ausgewählten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen der hessischen Gebietskörperschaften, getrennt nach der Kostenträgerschaft im SGB III und SGB II.

Der Arbeitsmarkt-Report Hessen wird vom Institut für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung (ISAM) der Hochschule Koblenz für die LAG Arbeit in Hessen e.V. erstellt.

Foto: (c) Wrangler / Fotolia.de