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Arbeitsmarkt-Report 01/2018 – Entwicklung in der Grundsicherung für Arbeitssuchende

Weniger Arbeitslose aber mehr Leistungsempfänger

Der Schwerpunkt des Arbeitsmarkt-Report 01/2018 liegt auf der Entwicklung von Leistungsbezug und Arbeitslosigkeit im SGB II.

Zwischen 2012 und 2017 ist die Zahl der Arbeitslosen in Hessen, die Grundsicherungsleistungen nach dem SGB II beziehen um sieben Prozent auf knapp 112.000 gesunken.

Die Zahl der Unterbeschäftigten im ALG-II-Bezug ist allerdings gegenüber 2012 um 1,1 Prozent gestiegen.  Zu den Unterbeschäftigten im engeren Sinne zählen neben den registrierten Arbeitslosen ebenfalls Teilnehmer an bestimmten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen (Ein-Euro-Jobs, Fortbildungen etc.), zeitweise arbeitsunfähig erkrankte Personen und Ältere in vorruhestandsähnlichen Regelungen. Sie ist daher die „ehrlichere“ Arbeitslosenzahl.

Die Zahl der ALG-II-Empfänger insgesamt ist in Hessen in den letzten fünf Jahren um 25.000 Personen bzw. um neun Prozent gestiegen. Diese gegenläufigen Entwicklungen erklären sich dadurch, dass nur rund jeder dritte Hartz-IV-Empfänger offiziell zu den Arbeitslosen zählt. Arbeitslos im Sinne der Statistik ist nur, wer erwerbsfähig ist und dem Arbeitsmarkt zur Verfügung steht. Dies ist unter anderem bei Krankheit, der Pflege und Erziehung von Angehörigen oder der Teilnahme an Maßnahmen nicht der Fall.

Weitere ausführliche Informationen zu diesem Thema erhalten Sie im Arbeitsmarkt-Report 01/2018

Monatliche Übersicht über beschäftigungspolitische Maßnahmen in Hessen

Darüber hinaus enthält der Report jeden Monat Übersichten über den Bestand an TeilnehmerInnen in ausgewählten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen in den hessischen Kommunen, getrennt nach der Kostenträgerschaft im SGB III und SGB II.

Der Arbeitsmarkt-Report Hessen wird vom Institut für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung (ISAM) der Hochschule Koblenz für die LAG Arbeit in Hessen e.V. erstellt.

Foto: (c) Wrangler / Fotolia.de

Wir begrüßen die arbeitsmarktpolitischen Zielsetzungen des Sondierungspapiers von CDU, CSU und SPD

Die LAG Arbeit in Hessen unterstützt die arbeitsmarktpolitischen  Zielsetzungen des Sondierungspapiers  von CDU, CSU und SPD

In einem gemeinsamen Papier des Netzwerkes für Arbeit und Soziale Teilhabe haben wir unsere arbeitsmarktpolitischen Positionen hier kurz zusammen gefasst .

Wir begrüßen:

  • Die Zielsetzung, insbesondere Langzeitarbeitslose besser zu fördern und zu aktivieren, ihnen eine Perspektive zu eröffnen
  • Durch Qualifizierung und Weiterbildung Langzeitarbeitslosen eine bessere Chance auf dem Arbeitsmarkt zu ermöglichen
  • Mit einem ganzheitlichen Ansatz die Qualifizierung, Vermittlung und Reintegration von Langzeitarbeitslosen in den Arbeitsmarkt voranzutreiben
  • Die Schaffung des neuen Instruments „Teilhabe am Arbeitsmarkt für alle“
  • Aufstockung der SGB-II-Mittel
  • Den Passiv-Aktiv-Transfer zu ermöglichen
Weitere Erfordernisse aus unserer Sicht:

(Langzeit-) Arbeitslose SGB-II-Leistungsbezieher sind eine heterogene Zielgruppe. Für ihre Aktivierung, soziale Teilhabe, Kompetenzentwicklung und Heranführung an bzw. Integration in den Arbeitsmarkt benötigen wir adäquate finanzielle und inhaltliche Rahmenbedingungen, wie:

  • Wiederherstellung der Angemessenheit zwischen Eingliederungs- und Verwaltungsmitteln (Ist 2016: Eingliederungsmittel: 3,4 Mrd. Euro / Verwaltungskosten > 6,0 Mrd. Euro). 2010 lag der Budgetschwerpunkt noch auf den Eingliederungsleistungen.
  • Wiederherstellung der Haushaltswahrheit im Bereich der Eingliederungsleistungen, d.h. Schluss mit der Umverteilung zugunsten des Verwaltungshaushaltes der Jobcenter (Umverteilung 2016: 764 Mio. Euro / 2011: 245 Mio. Euro). Bisher völlig unterfinanzierte Eingliederungsmittel subventionieren unterfinanzierte Verwaltungsbudgets der Jobcenter.
  • Flächendeckende Umsetzung des Passiv-Aktiv-Transfers um „gute“ Arbeit, (d.h. sozialversicherungspflichtige) wieder für deutlich mehr Langzeitarbeitslose anbieten zu können.
  • Förderung von marktnahen, sozialbetrieblichen Strukturen und Tätigkeitsbereichen, um tragfähige Brücken für die Betroffenen in den ungeförderten Arbeitsmarkt zu bauen. Öffentlich geförderte Beschäftigung (ögB) sollte geöffnet werden für marktnahe und regional sinnstiftende Arbeiten.
  • Schaffung von Förderbedingungen, die die individuellen und regionalen Besonderheiten der Zielgruppe und des Arbeitsmarktes berücksichtigen. Das schließt auch die Langfristigkeit und das Ineinandergreifen verschiedener Förderansätze (Qualifizierung und Beschäftigung)
    ein.
  • Akzeptanz von langfristigen bzw. unbefristeten Förderansätzen, um diejenigen vor destruktiven „Jo-Jo-Effekten“ zu bewahren, deren Vermittlung in den Arbeitsmarkt mittel- bis
    langfristig nicht zu erwarten ist.

Arbeitsmarkt- und Sozialpolitik sind wesentliche Säulen unserer Gesellschaft. In ihnen spiegelt sich auch der politische und kulturelle Umgang mit denen wieder, die auf die Hilfe des Staates angewiesen sind.

 

 

 

Arbeitsmarkt-Report Hessen 10/2017

Öffentlich geförderte Beschäftigung: zwei drittel weniger Teilnehmer-Plätze als 2009

Der Schwerpunkt des Arbeitsmarkt-Reportes Hessen 10 /2017 liegt auf der Entwicklung der öffentlich geförderten Beschäftigung.

Vielen Arbeitslosen im Hartz-IV-Bezug fällt die Integration in Arbeit auf Grund vorliegender Vermittlungshemmnisse wie Langzeitarbeitslosigkeit, fehlende Qualifikation oder gesundheitliche Einschränkungen schwer. Um  ihnen die Arbeitsaufnahme bei einem Beschäftigungsunternehmen oder in der freien Wirtschaft zu erleichtern, können die Jobcenter arbeitsmarktpolitische Maßnahmen im Bereich der öffentlich geförderten Beschäftigung einsetzen.

Die Sparmaßnahmen der Bundesregierung bei der öffentlich geförderten Beschäftigung haben den Einsatz dieses Instrumentes aber ab 2010 stark eingeschränkt. Gegenüber 2009 ist die Teilnehmerzahl auf weniger als ein Drittel gesunken. 2017 nahmen von den knapp 60.000 Langzeitarbeitslosen in Hessen nur 3.400 Personen an Arbeitsgelegenheiten teil. Mit der Instrumentenreform 2012 hat die Bundesregierung arbeitsmarktpolitische Maßnahmen nochmals massiv reduziert.

Neue Bundesprogramme sorgen seit 2015 wieder für einen leichten Anstieg

2015 sind die beiden Bundesprogramme Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt und Eingliederung langzeitarbeitsloser Leistungsberechtigter neu hinzugekommen, in denen 2017 insgesamt in Hessen rund 900 Personen gefördert werden. Sie sorgen seit 2015 für einen leichten Anstieg der TeilnehmerInnenzahlen in der öffentlich geförderten Beschäftigung.

Weitere ausführliche Informationen zu diesem Thema erhalten Sie im Arbeitsmarkt Report Hessen 10/2017

Monatliche Übersicht über beschäftigungspolitische Maßnahmen in Hessen

Darüber hinaus enthält der Report jeden Monat Übersichten über den Bestand an TeilnehmerInnen in ausgewählten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen in den hessischen Kommunen, getrennt nach der Kostenträgerschaft im SGB III und SGB II.

Der Arbeitsmarkt-Report Hessen wird vom Institut für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung (ISAM) der Hochschule Koblenz für die LAG Arbeit in Hessen e.V. erstellt.

Foto: (c) Wrangler / Fotolia.de

 

 

Arbeitsmarkt-Report Hessen 09/2017

Hartz-IV- Empfänger in Hessen: Arbeitsaufnahme beendet häufig nicht die Hilfebedürftigkeit

Dieser Arbeitsmarkt-Report betrachtet die Arbeitsaufnahmen von vormals arbeitslosen Hartz-IV-Empfängern in Hessen. 2016 zählte die Bundesagentur für Arbeit knapp 72.000 Arbeitsaufnahmen von vormals arbeitslosen Hartz-IV-Empfängern. Hartz-VI-Empfänger sind gesetzlich dazu verpflichtet, jede zumutbare Arbeit aufzunehmen und so die Hilfebedürftigkeit zu verringern oder zu beenden.

Nur rund 31.000, also nicht einmal jede zweite dieser Integrationen in den Arbeitsmarkt, war auch „bedarfsdeckend“. Als bedarfsdeckend gilt eine Integration nur, wenn der vormals Arbeitslose drei Monate nach der Integration keine Hartz-IV-Leistungen mehr bezieht.

Die gute Arbeitsmarktlage scheint nicht zu besseren Chancen von arbeitslosen Hartz-IV-Empfängern auf dem Arbeitsmarkt zu führen. Trotz historisch niedriger Arbeitslosenzahlen ist im Vergleich zum Vorjahr sowohl die Zahl der Arbeitsaufnahmen von vormals arbeitslosen Hartz-IV-Empfängern insgesamt gesunken (minus 3,5 % im Vergleich zu 2015 ), als auch die Zahl derjenigen, deren neue Arbeit auch bedarfsdeckend war (minus 5,7% im Vergleich zu 2015).

Weitere ausführliche Informationen zum Thema bedarfsdeckende Integration von Hartz-IV-Empfängern finden Sie im Arbeitsmarkt Report Hessen 09-2017.

Monatliche Übersicht über beschäftigungspolitische Maßnahmen in Hessen

Darüber hinaus enthält der Report jeden Monat Übersichten über den Bestand an TeilnehmerInnen in ausgewählten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen in den hessischen Kommunen, getrennt nach der Kostenträgerschaft im SGB III und SGB II.

Der Arbeitsmarkt-Report Hessen wird vom Institut für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung (ISAM) der Hochschule Koblenz für die LAG Arbeit in Hessen e.V. erstellt.

Foto: (c) Wrangler / Fotolia.de