Trotz Jobboom finden nur wenige Langzeitarbeitslose einen Arbeitsplatz

Die Zahl der Arbeitslosen in Deutschland ist auf einem historisch niedrigen Stand, die Zahl der Erwerbstätigen ist von 2010 bis 2016 um 2,5 Millionen auf im Jahresdurchschnitt 43,5 Millionen gestiegen.

Trotzdem gelingt langzeitarbeitslosen Hartz-IV-Empfängern immer seltener der Schritt in den Ersten Arbeitsmarkt. 2016 schaffte es nur jeder Sechste durch die Aufnahme einer Erwerbstätigkeit aus der Langzeitarbeitslosigkeit heraus. 2010 fand immerhin noch jeder vierte Langzeitarbeitslose einen Arbeitsplatz. Dies geht aus einer Antwort der Bundesregierung auf eine Anfrage der Grünen-Abgeordneten Brigitte Pothmer hervor. 

Gleichzeitig hätten sich die Milliardenkürzungen bei der Arbeitsförderung negativ ausgewirkt, so die Arbeitsmarktpolitische Sprecherin der Grünen,  Brigitte Pothmer,  in der Südddeutschen Zeitung: Nicht einmal jeder 20. langzeitarbeitslose Hartz-IV-Empfänger bekomme einen Job auf dem staatlich geförderten zweiten Arbeitsmarkt. 2010 galt dies noch für jeden Zehnten.

 

Arbeitsmarkt-Report 06/2017

Sonderprogramme zum Abbau von Langzeitarbeitslosigkeit wenig erfolgreich

Im Schwerpunkt dieser Ausgabe des Arbeitsmarkt-Report Hessen werden die beiden Bundesprogramme zur Bekämpfung der Langzeitarbeitslosigkeit untersucht, das ESF-Bundesprogramm zur Eingliederung langzeitarbeitsloser Leistungsberechtigter und das Bundesprogramm Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt.

Im ESF-Bundesprogramm läuft die Besetzung der Plätze durch die Jobcenter in Hessen, wie bundesweit, schleppend. Bundesweit stehen 33.000 Plätze zur Verfügung. Davon wurden aber seit Start des Programms vor zwei Jahren nur 22.700 durch die Jobcenter beantragt. In Hessen wurden 1.858 Plätze bewilligt.

Im Bundesprogramm Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt wurden von den bundesweit 20.000 Plätzen bis Juni 2017 19.643 Plätze bewilligt, 392 davon in Hessen.

Zuletzt wurden in Hessen 788 Teilnehmende im ESF-Bundesprogramm und 231 Teilnehmende im Programm Soziale Teilhabe gefördert. Dem stehen im Juni 2017 in Hessen knapp 60.000 Langzeitarbeitslose gegenüber. Die beiden Bundesprogramme leisten also keinen relevanten Beitrag zum Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit. 

Ausführliche Infos zu diesem Thema finden Sie im Arbeitsmarkt-Report Hessen 06/2017 

Monatliche Übersicht über beschäftigungspolitische Maßnahmen in Hessen

Darüber hinaus enthält der Report jeden Monat Übersichten über den Bestand an TeilnehmerInnen in ausgewählten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen der hessischen Gebietskörperschaften, getrennt nach der Kostenträgerschaft im SGB III und SGB II.

Der Arbeitsmarkt-Report Hessen wird vom Institut für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung (ISAM) der Hochschule Koblenz für die LAG Arbeit in Hessen e.V. erstellt.

Foto: (c) Wrangler / Fotolia.de

Arbeitsmarkt-Report 05/2017

Erwerbslosigkeit ist Armutsrisiko Nummer 1 in Hessen

Im Schwerpunkt dieser Ausgabe des Arbeitsmarkt-Reportes werden die Armutsgefährdungsquoten für das Land Hessen betrachtet.

Die Armutsgefährdungsschwelle wird von der EU vom  mittleren Einkommen (Median) abgeleitet. Relativ arm ist per Definition, wem weniger als 60 % des mittleren Einkommens zur Verfügung stehen.  Die Armutsgefährdungsschwelle lag in Hessen 2015 für einen Einpersonenhaushalt bei 988 Euro. Für einen  Haushalt mit zwei Erwachsenen und zwei Kindern unter 14 Jahren lag sie bei 2.074 Euro.

In Hessen waren 2015 insgesamt 16,5 Prozent der Bevölkerung armutsgefährdet. Ein Vergleich verschiedener Personengruppen zeigt, dass Erwerbslose das größte Armutsrisiko in Hessen haben. 54,2 % der Erwerbslosen sind armutsgefährdet. Eine weitere Gruppen mit hohem Armutsrisiko sind Personen mit Migrationshintergrund. 28,2 % der Menschen mit Migrationshintergrund waren 2015 armutsgefährdet.

Ausführliche Infos zu diesem Thema finden Sie im Arbeitsmarkt-Report Hessen 05/2017

Monatliche Übersicht über beschäftigungspolitische Maßnahmen in Hessen

Darüber hinaus enthält der Report jeden Monat Übersichten über den Bestand an TeilnehmerInnen in ausgewählten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen der hessischen Gebietskörperschaften, getrennt nach der Kostenträgerschaft im SGB III und SGB II.

Der Arbeitsmarkt-Report Hessen wird vom Institut für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung (ISAM) der Hochschule Koblenz für die LAG Arbeit in Hessen e.V. erstellt.

Foto: (c) Wrangler / Fotolia.de

Dokumentation der LAG-Fachtagung: Arbeitslos 4.0 ? Soziale Gerechtigkeit in der digitalisierten Arbeitswelt

Am 16. Mai 2017 hat die LAG Arbeit in Hessen e.V. eine Fachtagung unter dem Titel Arbeitslos 4.0 ? Soziale Gerechtigkeit in der digitalisierten Arbeitswelt veranstaltet.

Podiumsdiuskussion
Kerstin Gerbig, Vorsitzende der LAG Arbeit in Hessen e.V. diskutiert mit Daniel May, MdL, Bündnis 90 / Die Grünen

 

 

Dokumentation
Programm:

Arbeitslos 4.0? Soziale Gerechtigkeit in der digitalisierten Arbeitswelt

Presseartikel

Arbeit in Hessen – Schulungen werden immer bedeutender, Wiesbadener Kurier, 17.05.2017

Berufsanforderungen steigen
Darmstädter Echo, 17.05.2017

Vorträge:

Dr. Christian Mittermüller, Hessisches Ministerium für Soziales und Integration: Digitalisierung als Chance für die Arbeitsmarktförderung

Kathrin Belten, Hessisches Ministerium für Soziales und Integration: Digitalisierung als Herausforderung für den Arbeitsschutz

Emanuel Bennewitz,  Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung: Digitalisierung der Arbeitswelt – Auswirkungen auf den Arbeitsmarkt in Hessen und geschlechtsspezifische Aspekte

Andreas Henkes, Bundesministerium für Arbeit und Soziales: Arbeiten 4.0  –  Handlungsbedarfe und Gestaltungsoptionen in der beruflichen Weiterbildung

Torben Padur, Bundesinstitut für Berufsbildung: Veränderungen in der dualen Ausbildung – Berufsbildung 4.0 

Andrea Mohoric, Forschungsinstitut Betriebliche Bildung: Digitale Medien in der Weiterbildung von Geringqualifzierten

Verlinkung zu einigen praktischen Beispielen für digitales Lernen(Folien 15-17)

Fotos
Dr. Christian Mittermüller, Hessisches Ministerium für Soziales und Integration
Kathrin Belten, Hessisches Ministerium für Soziales und Integration
Andreas Henkes, Bundesministerium für Arbeit und Soziales
Andrea Mohoric, f-bb
Torben Padur, BIBB
Emanuel Bennewitz, IAB Hessen
Miriam Hedtmann
Miriam Hedtmann, LAG Arbeit in Hessen e.V.
Vorstand der LAG Arbeit in Hessen e.V. diskutiert mit hessischen Landtagsabgeordneten: Clemens Mellentin (LAG Arbeit), Judith Lannert (CDU), Michael Lechner (Moderation), Janine Wissler (Die Linke), Wolfgang Decker (SPD), Daniel May (Bündnis 90 / Die Grünen), v.l.n.r.

 

 

 

 

 

 

Zusammenfassung:

Den Einstieg in die Fachtagung bildete die Frage, wie sich die Digitalisierung der Arbeitswelt auf den hessischen Arbeitsmarkt auswirken wird, insbesondere auf die Arbeitsmarktchancen von Geringqualifizierten.

Darauf aufbauend wurden die notwendigen Schlussfolgerungen für die Qualifizierung von Benachteiligten und die Beschäftigungsförderung analysiert und diskutiert.

Es wurde an Hand von Beispielen illustriert, wie digitale Medien in (Teil-) Qualifikationen für Geringqualifizierte  eingesetzt werden können. Multimediale Übungseinheiten können  die Motivation der Teilnehmenden erhöhen und ein arbeitsintegriertes Lernen ermöglichen.

In der abschließenden Podiumsdiskussion diskutierten VertreterInnen der hessischen Landtagsfraktionen mit dem Vorstand der LAG Arbeit in Hessen e.V. darüber, wie die Arbeitsmarktpolitik in Zukunft ausgerichtet werden sollte  und was die Beschäftigungspolitik für diejenigen tuen kann, die für digitalisierte Berufe nicht geeignet sind.

 Fotos:  Sabine Reining