Alle Beiträge von Miriam Hedtmann

Langzeitarbeitslosen eine Chance geben

Netzwerk für Arbeit und soziale Teilhabe formuliert fachpolitische Empfehlungen zum Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit

Im  Positionspapier Chancen auf Teilhabe für Langzeitarbeitslose  hat die LAG Arbeit in Hessen e.V.  gemeinsam mit den Landesverbänden Arbeit Berlin, Brandenburg, Rheinland-Pfalz, Sachsen und Thüringen fachpolitische Einschätzungen zum Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit formuliert.

  • Sozial ist, was gesellschaftliche Teilhabe schafft – das ist unser Selbstverständnis als Träger arbeitsmarktlicher Dienstleistungen. Für Teilhabe in unserer Gesellschaft steht vorrangig: Arbeit, Erwerbsarbeit. Für viele Menschen, die sich seit Jahren im Hartz-IV-System befinden, ob arbeitslos oder unterbeschäftigt, ist das ein Versprechen mit  geringer Aussicht auf Einlösung. Davon ist auch ihr familiäres Umfeld betroffen. Vor allem Kinder aus „Arbeitslosen“-Haushalten bedürfen besonderer Hilfen, soll Langzeitarbeitslosigkeit nicht an nachfolgende Generationen vererbt werden.

 

 

  • Der Staat darf sich nicht zurückziehen, sondern muss fördernd eingreifen – ohne dabei zukünftig nur auf Strategien zurückzugreifen, die für Menschen in Arbeit bzw. im Arbeitslosengeld-I-Bezug geeignet sind. (Langzeit)-Arbeitslose SGB-II-Leistungsbezieher sind eine heterogene Zielgruppe. Für ihre Aktivierung, soziale Teilhabe, Kompetenzentwicklung und Heranführung an, bzw. Integration in den Arbeitsmarkt benötigen wir endlich adäquate finanzielle und inhaltliche Rahmenbedingungen. 
Das ganze Positionspapier finden Sie hier 

 

 

 

 

 

Arbeitsmarkt-Report Hessen 07/2017

Langzeitarbeitslosen Hartz-IV-Empfänger gelingt nur selten der Schritt in den ersten Arbeitsmarkt

In diesem Monat betrachtet der Arbeitsmarkt-Report Hessen schwerpunktmäßig die Abgänge aus der Langzeitarbeitslosigkeit.

Langzeitarbeitslos im Sinne der Statistik ist, wer seit mindestens einem Jahr arbeitslos gemeldet ist. Von den Langzeitarbeitslosen, die Arbeitslosengeld I beziehen, konnte im Juni 2017 jeder sechste durch Aufnahme einer Beschäftigung die Langzeitarbeitslosigkeit beenden. Bei den Langzeitarbeitslosen Hartz-IV-Empfängern gelang  nur rund jedem zehnten der Schritt in den ersten Arbeitsmarkt. 

Trotz der ganz erheblichen Bedeutung einer abgeschlossenen Berufsausbildung für den Erfolg auf dem deutschen Arbeitsmarkt beginnt nur ein sehr geringer Teil (unter 0,1 Prozent)  der Langzeitarbeitslosen eine (schulische) Ausbildung.

Weitere ausführliche Informationen zur Entwicklung der Langzeitarbeitslosigkeit in Hessen finden Sie im Arbeitsmarkt-Report Hessen 07/2017.

Monatliche Übersicht über beschäftigungspolitische Maßnahmen in Hessen

Darüber hinaus enthält der Report jeden Monat Übersichten über den Bestand an TeilnehmerInnen in ausgewählten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen der hessischen Gebietskörperschaften, getrennt nach der Kostenträgerschaft im SGB III und SGB II.

Der Arbeitsmarkt-Report Hessen wird vom Institut für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung (ISAM) der Hochschule Koblenz für die LAG Arbeit in Hessen e.V. erstellt.

Foto: (c) Wrangler / Fotolia.de

 

Fortbildung: Umgang mit radikalisierten Jugendlichen in der Jugendberufshilfe

Umgang mit radikalisierten Jugendlichen in der Jugendberufshilfe – Sensibilisierung und konkrete Handlungsstrategien für die Extremismusprävention

Termin: 26. Oktober und 2. November 2017; jeweils 10:00-13:00 Uhr

Ort: SAALBAU Gutleut, Rottweiler Straße 32, 60327 Frankfurt am Main

Hier finden Sie ausführliche Informationen und die Anmeldung

Was können wir tun, wenn wir in Einrichtungen der Jugendberufshilfe auf extremistisch gefährdete junge Menschen treffen? Wie erkenne ich Extremismus? An wen kann ich mich zur Beratung wenden? Wie kann ich in meiner pädagogischen Arbeit zur Extremismusprävention und Deradikalisierung von Jugendlichen beitragen?

Dieser zweitägige Workshop dient der Früherkennung und Stärkung der pädagogischen Handlungskompetenz von Menschen, die mit gefährdeten jungen Menschen in Kontakt stehen. Er wird durchgeführt von der Beratungsstelle Hessen des Violence Prevention Network (VPN), die durch das Hessische Ministerium des Inneren und für Sport finanziert wird. Das VPN ist seit Jahren mit Erfolg in der Antigewaltarbeit und Extremismusprävention sowie der Deradikalisierung extremistisch motivierter Gewalttäter tätig.

Inhalte:

  • Vorstellung des Violence Prevention Network e.V. und der Angebote der Beratungsstelle Hessen
  • Einführung in den Themenkomplex religiös begründeter Extremismus am Beispiel des Salafismus
  • Sensibilisierung zur Früherkennung von Radikalisierungsprozessen bei TeilnehmerInnen
  • Erarbeitung konkreter Handlungsstrategien im Umgang mit radikalisierten Jugendlichen
  • Bearbeitung von Fallbeispielen

Methoden:

Medienunterstützte Inputs und Präsentationen, unterschiedliche Formen von Gruppenarbeit. Die Teilnehmenden können ihre persönlichen Fragen und Fallbeispiele für eine Fallanalyse einbringen.

Trainer:

Tarik Gürleyen, Islamwissenschaftler, pädagogischer Mitarbeiter der Beratungsstelle Hessen des Violence Prevention Network; Bereich Intervention und Justiz

Die Veranstaltung ist kostenlos. 

Hier finden Sie ausführliche Informationen und die Anmeldung

Trotz sinkender Arbeitslosigkeit sind 3,5 Millionen Menschen ohne Arbeit

Eine Millionen „Unterbeschäftigte“ tauchen nicht in der Arbeitslosenstatistik auf

Im Mai 2017 gab es knapp 2,5 Millionen Arbeitslose gemäß der Statistik der Bundesagentur für Arbeit. Ein großer Teil der Menschen ohne Arbeit geht jedoch nicht in die Arbeitslosenstatistik ein. Denn über eine Million De-facto-Arbeitslose werden nicht in der Arbeitslosen-, sondern in der separaten Unterbeschäftigungsstatistik aufgeführt.

Darunter sind für Mai 2017:

  • knapp 769.000 Menschen, die an arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen teilnahmen,
  • knapp 73.000 am Tag der Erfassung Krankgeschriebene und
  • rund 161.000 über 58-Jährige, die innerhalb der letzten 12 Monate kein Jobangebot erhielten.

Einen ausführlichen Bericht hierzu finden Sie auf O-Ton Arbeitsmarkt

Die Zahl der Arbeitslosen zusammengerechnet mit denjenigen, die als „Unterbeschäftigte“ in der Statistik geführt werden, ergeben eine tatsächliche Arbeitslosenzahl von 3,5 Millionen im Mai 2017.