Arbeitsmarkt-Report Hessen 09/2017

Hartz-IV- Empfänger in Hessen: Arbeitsaufnahme beendet häufig nicht die Hilfebedürftigkeit

Dieser Arbeitsmarkt-Report betrachtet die Arbeitsaufnahmen von vormals arbeitslosen Hartz-IV-Empfängern in Hessen. 2016 zählte die Bundesagentur für Arbeit knapp 72.000 Arbeitsaufnahmen von vormals arbeitslosen Hartz-IV-Empfängern. Hartz-VI-Empfänger sind gesetzlich dazu verpflichtet, jede zumutbare Arbeit aufzunehmen und so die Hilfebedürftigkeit zu verringern oder zu beenden.

Nur rund 31.000, also nicht einmal jede zweite dieser Integrationen in den Arbeitsmarkt, war auch „bedarfsdeckend“. Als bedarfsdeckend gilt eine Integration nur, wenn der vormals Arbeitslose drei Monate nach der Integration keine Hartz-IV-Leistungen mehr bezieht.

Die gute Arbeitsmarktlage scheint nicht zu besseren Chancen von arbeitslosen Hartz-IV-Empfängern auf dem Arbeitsmarkt zu führen. Trotz historisch niedriger Arbeitslosenzahlen ist im Vergleich zum Vorjahr sowohl die Zahl der Arbeitsaufnahmen von vormals arbeitslosen Hartz-IV-Empfängern insgesamt gesunken (minus 3,5 % im Vergleich zu 2015 ), als auch die Zahl derjenigen, deren neue Arbeit auch bedarfsdeckend war (minus 5,7% im Vergleich zu 2015).

Weitere ausführliche Informationen zum Thema bedarfsdeckende Integration von Hartz-IV-Empfängern finden Sie im Arbeitsmarkt Report Hessen 09-2017.

Monatliche Übersicht über beschäftigungspolitische Maßnahmen in Hessen

Darüber hinaus enthält der Report jeden Monat Übersichten über den Bestand an TeilnehmerInnen in ausgewählten arbeitsmarktpolitischen Maßnahmen in den hessischen Kommunen, getrennt nach der Kostenträgerschaft im SGB III und SGB II.

Der Arbeitsmarkt-Report Hessen wird vom Institut für Sozialpolitik und Arbeitsmarktforschung (ISAM) der Hochschule Koblenz für die LAG Arbeit in Hessen e.V. erstellt.

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Medien-Tipp: Warum langfristige öffentlich geförderte Beschäftigung Sinn macht

Die ARD zeigte in ihrer Sendung plusminus am 27.09.2017 einen sehr anschaulichen, kurzen und empathischen Beitrag zum Thema öffentlich geförderte Beschäftigung.

Es wird illustriert, warum es auch finanzpolitisch Sinn macht, Menschen mit großen Einschränkungen, die bereits über einen langen Zeitraum arbeitslos sind und aktuell keine Chance am Arbeitsmarkt haben  durch langfristig geförderte Beschäftigung eine Perspektive zu geben. Eine Sendung, die auch Menschen, die sich nicht tagtäglich mit Themen der Arbeitsförderung auseinandersetzen, die Forderung nach langfristig geförderter Beschäftigung verständlich machen kann.

ARD: plusminus am 27.09.2017; „Langzeitarbeitslose für immer abgehängt? Öffentlich geförderte Arbeitsverhältnisse (ÖGB) scheitern an Befristung“

Link zur Sendung auf der ARD-Mediathek. Das Video ist bis zum 27.09.2018 online.

Mehr zum Thema:
Netzwerk für Arbeit und Soziale Teilhabe fordert Politik dazu auf, Langzeitarbeitslose nicht zurückzulassen.

Damit  sich die Langzeitarbeitslosigkeit von ca. einer Millionen Menschen in Deutschland nicht weiter manifestiert, muss mehr Geld in die Aktivierung, soziale Teilhabe, Kompetenzentwicklung und Heranführung an den Arbeitsmarkt investiert werden.