Fachtagung: Wertschätzung und Motivation junger Menschen in der Qualifizierung für Ausbildung und Arbeit

Das Hessische Ministerium für Soziales und Integration bietet eine sehr interessante Fachtagung an.

Auszug aus dem Programmflyer:

Seit langem wird darüber diskutiert wie effizient und erfolgreich das Bildungsangebot im Übergang Schule – Beruf ist. Auf der einen Seite steht ein gewachsenes Anspruchsdenken vieler Anbieter und Arbeitgeber, auf der anderen Seite eine als mangelnde Leistungsbereitschaft wahrgenommene Verweigerungshaltung einiger Jugendlicher. Dabei besteht kein Zweifel an der hervorragenden Fachlichkeit der Pädagogen und Ausbilder im Berufsbildungssystem. Ursachen sind eher in der Komplexität des Übergangssystems und seiner Trägerstrukturen, im Mangel an ausreichenden Ressourcen sowie der Frage, in wie weit den Bedürfnissen der Jugendlichen in der Qualifizierung entsprochen werden kann, zu suchen. Im Rahmen der Fachtagung richten wir die Aufmerksamkeit auf den letztgenannten Aspekt. Im Mittelpunkt steht die Frage „Wie können wir in Qualifizierungsmaßnahmen Jugendliche in ihrer Persönlichkeitsentwicklung stärken, so dass diese eigenständig ihren Weg im Leben finden?“ Der Pädagoge Ibrahim Ismail und sein Team von Paidaia e.V. sind erfolgreich mit dem Leitmotiv: „Ich fordere dich, weil ich dich achte.“ Angeregt von dieser Haltung werden Ansätze zur Integration von Jugendlichen mit besonderem Förderbedarf diskutiert. Dabei ermuntern wir Sie zu einem Perspektivwechsel. Ziel ist es, die jungen Menschen nicht als Adressaten sondern als Mitgestaltende ihres persönlichen Integrationsplans zu gewinnen. In der Veranstaltung wird es um die Sensibilisierung für die Bedürfnisse, Sichtweisen, Ängste und Werte von Jugendlichen gehen. Mit Fachvorträgen und in Dialog-räumen werden Impulse zum alltagspraktischen Handeln gegeben. Indem wir die bedeutende Rolle von Anerkennung des Menschen und persönlicher Bindung in den Blick nehmen, wollen wir einen Beitrag leisten zur Verbesserung der Bildungsbeteiligung und damit auch neue Akzente im Berufsbildungssystem setzen. Wir laden Sie herzlich zur Teilnahme ein!

Wann: Mittwoch , 8. Oktober 2014

Wo: Haus der Jugend Deutschherrnufer 12 60594 Frankfurt

Anmeldung: www.esf-hessen.de

Rückfragen: an Kerstin Christ im HMSI, Tel.: 0611 817-3416
kerstin.christ@hsm.hessen.de

Rosige Zeiten am Arbeitsmarkt? Strukturreformen und „Beschäftigungswunder“

In seiner Expertise im Auftrag der Friedrich-Ebert-Stiftung enthüllt Prof. Dr. Matthias Knuth den Mythos, dass die Trendwende am deutschen Arbeitsmarkt ursächlich auf die Arbeitsmarktreformen zurückzuführen sei, und führt andere bedeutsame Faktoren an: die Reform des Altersübergangs und die Schwächung des Tarifsystems. Durch nüchterne volkswirtschaftliche Betrachtung und Analyse konstatiert er bedenkliche Implikationen der Arbeitsmarktreformen, z.B. sinkende Fluktuation der Arbeitskräfte, Verlangsamung der Produktivitätsentwicklung und Investitionsschwäche der deutschen Wirtschaft.

Sein Fazit der Arbeitsmarktreformen:
Zusammenfassend wird man die Befunde dahingehend interpretieren können, dass der Abschreckungseffekt eines drohenden Abstiegs in die Grundsicherung – möglicherweise im Zusammenwirken mit tatsächlichwirksameren Beratungs- und Vermittlungsdienstleistungen die Abgänge von „versicherten“, also Arbeitslosengeld beziehenden Kurzzeit-Arbeitslosen in Erwerbstätigkeit beschleunigt hat, während das Aktivierungsregime der Grundsicherung an den vielfältigen Vermittlungshemmnissen der ALG II Beziehenden im Durchschnitt kaum etwas ändern konnte.

Die Expertise enthält zahlreiche Auswertungen und Zeitreihen zur Entwicklung des Arbeitsmarktes, z.B. auch zur Entwicklung der atypischen Beschäftigung (die die Spaltung des Arbeitsmarktes entlang der Herkunft vertieft).

‚O-Ton Arbeitsmarkt‘ berichtet über Gießener Projekt

Die ‚alternative‘ Arbeitmarktberichterstattung O-Ton Arbeitsmarkt berichtet über ein Projekt der Jugendwerkstatt Gießen:

Erwerbsunfähig oder arbeitslos? Gießener Arbeitsmarktprojekt lotet Grenzen aus

Zitat:

(o-ton) Langzeitarbeitslose vor der Erwerbsunfähigkeit bewahren und Erwerbsunfähige wieder fit für den Arbeitsmarkt machen, das ist das Ziel von „Auffordern statt Aufgeben“ (AsA), einem Arbeitsmarktprojekt des Landkreises Gießen. Die verrentete Johanna Richter (39)* hat es durch AsA bis zum Ausbildungsabschluss geschafft. Stefan Henkel (25)* hilft das Programm beim Kampf gegen seine Suchterkrankung.

„Leidenschaftsentfachung“ – Bildungs- und berufliche Förderung junger Menschen

Wie lassen sich junge Menschen, die sich schwer tun, Regeln einzuhalten, motivieren, für sich und ihre Zukunft Verant­wortung zu übernehmen und sich dafür anzustrengen?

Bildung hat eine Schlüsselrolle für die Persönlichkeitsentwicklung. Bildung muss nicht ab­strakt bleiben. In diesem Workshop gehen wir der Frage nach, wie Bildung in der Zusam­menarbeit auch mit Jugendlichen gefördert werden kann, die sich bisher Bildung und/oder Maßnahmen verweigern.

Der Referent Ibrahim Ismail vom Verein Paidaia ist bekannt und mehrfach ausgezeichnet worden für seine innovativen und erfolgreichen Projekte mit delinquenten Jugendlichen.

Termin: 13./14.10.2014, Alte Schule, Neu-Anspach

Weitere Infos und Anmeldeformular.