Positionspapier des Deutschen Landkreistages „Qualifizierung von arbeitslosen Personen ohne Berufsabschluss“

Vor dem Hintergrund, dass insbesondere Personen ohne Berufsabschluss stark und dauerhaft von Langzeitarbeitslosigkeit betroffen sind „hält der Deutsche Landkreistag ein nachhaltiges Vorgehen für erforderlich, das einerseits die Zahl der Personen ohne beruflichen Abschluss deutlich reduziert und andererseits die zukünftige Fachkräftenachfrage berücksichtigt“ und fordert:

  • Den Übergang zwischen Schule und Beruf durch ein kommunales Übergangsmanagement zu erleichtern
  • Die betriebliche Ausbildung zu fördern
  • Anerkennung von Teilqualifikationen
  • Berufsabschlussorientierte Weiterbildungen auskömmlich zu fördern

Die Teilqualifikationen, ggf. auch für Helferberufe mit zweijähriger Ausbildungszeit, sollten in Arbeitsgelegenheiten erworben werden können. Dazu müssten die Arbeitsgelegenheiten „inhaltlich wieder deutlich arbeitsmarknäher und flexibler ausgestaltet werden“.

Mehr dazu im Positionspapier, das das Präsidium des DLT im Juli 2014 verabschiedet hat.

BMAS kurz vor Fertigstellung eines Sonderprogrammes

Aus gewöhnlich gut unterrichteten Quellen“ wurde der LAG Arbeit in Hessen ein erstes Kurzkonzept zugetragen.

Das Bundesarbeitsministerium plant ein ESF-finanziertes Sonderprogramm für die Integration von „arbeitsmarktferne langzeitarbeitslose Leistungsbezieher“.

Für dieses Programm sind insgesamt 940 Mio vorgesehen. Die für die Kofinanzierung erforderlichen Mittel in Höhe von 470 Mio müssen aus den bestehenden EGT der Jobcenter entnommen werden! Dies bedeutet also faktisch eine weitere Kürzung der Fördermittel für bestehende Maßnahmen.

Hier die wesentlichen Inhalte des Kurzkonzeptes

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Die Weiterbildungsbranche wird von der allgemeinen Gehaltsentwicklung abgehängt

Die Bundesagentur für Arbeit hat die Entgeltstatistik für 2013 veröffentlicht. Während sich der mittlere Bruttolohn vollzeitbeschäftigter Arbeitnehmer im vergangenen Jahr bundesweit um 2,5 % erhöht hat, beklagen Träger der Arbeits- und Ausbildungsförderung, die (noch) nach Tarifen z.B. des öffentlichen Dienstes bezahlen, dass sie bei Ausschreibungen der Bundesagentur oder der Jobcenter den Kürzeren ziehen, weil sie bei den Gehaltskosten zu hoch seien. Zu hoch? Zum Vergleich:

Der mittlere Lohn von Vollzeitbeschäftigten lag 2013 (in Euro, Medianwerte)

In Westdeutschland bei   3.094
In Frankfurt/Main bei       3.884
Bei Akademikern bei         4.836
Ohne Berufsabschluss      2.451

Studierten Sozialpädagoginnen mit jahrzehntelanger vielfältiger Berufserfahrung und Zusatzqualifikationen werden in Frankfurt/Main Vollzeitstellen in der Arbeitsförderung bei Trägern für 2.300 € brutto angeboten. Das liegt unter dem von der BA ermittelten Wert für Vollzeitbeschäftigte ohne Berufsabschluss, s.o!!! Und das Ende der Fahnenstange ist noch nicht erreicht – der Mindestlohntarif für die Weiterbildungsbranche von 13 € / Std. lässt noch Luft nach unten! Wie weit soll die mit dem Preisdruck verbundene skandalöse Mißachtung von Qualität in der sozialen Arbeit noch gehen? Studierte Pädagogen mit befristeten Arbeitsverträgen und Option auf Hartz IV und Altersarmut sollen entmutigte langzeitarbeitslose Menschen empathisch und kompetent beraten oder abgestürzte Jugendliche auffangen – das ist leider kein Witz, sondern gewollte Zumutung.

Zum Nachlesen:
BA-Studie:  https://statistik.arbeitsagentur.de/nn_300648/SiteGlobals/Forms/Rubrikensuche/Rubrikensuche_Form.html?view=processForm&resourceId=210368&input_=&pageLocale=de&topicId=300640&year_month=201312&year_month.GROUP=1&search=Suchen
Artikel in der FAZ vom 23.07.2014

Fortbildung „Vom Wollen und Können und deren Grenzen – Besonderheiten der Beratung von langzeitarbeitslosen Menschen mit psychischen Auffälligkeiten“

Die zweitägige Fortbildung richtet sich an die Integrationsfachkräfte in Jobcentern und bei Trägern der Arbeits- und Beschäftigungsförderung, die sich zunehmend bei der Beratung mit psychischen Auffälligkeiten ihrer Kunden/Klienten bzw. Maßnahmeteilnehmenden konfrontiert sehen. Ziel der Fortbildung ist durch die Vermittlung von Kenntnissen über psychische Krankheitsbilder die Sensibiltät in der Wahrnehmung und im Umgang von psychischen Auffälligkeiten zu erhöhen und die Handlungskompetenz zu verbessern.

Der Referent Martin Baierl, Dipl. Psychologe und Psychologischer Psychotherapeut, überzeugt durch seine profunde und praxisbezogene Sachkenntnis.

Termin: 22./23.10.2014 in Frankfurt. AUSGEBUCHTt! Wer sich für eine Wiederholung dieser Fortbildung interessiert, wendet sich bitte an info(at)lag-arbeit-hessen.de.

Weitere Infos zur Fortbildung am 22./23.10.14 und zur Anmeldung